Bärlauch im Garten und in der Natur ernten

Blätter vom Bärlauch kann man essen.
Bärlauch im Garten ernten

Eine der ersten essbaren Wildpflanzen im Jahr ist der Bärlauch. Ihr könnt ihn in der Natur sammeln oder im Garten anbauen und ernten.

Manche Leute trauen sich nicht so richtig an den Bärlauch ran oder wissen nicht, wo sie ihn finden. Und manche fragen sich, wie sie Bärlauch im Garten anbauen können. Hier beantworte ich einige dieser Fragen.

In diesem Artikel lest ihr unter anderem,

  • wo ihr wilden Bärlauch in der Natur findet,
  • welchen Boden er im Garten braucht,
  • was ihr vom Bärlauch essen könnt,
  • wie lange man Bärlauch ernten kann und
  • welche Giftpflanzen ähnlich aussehen

Der Standort: Wo findet man Bärlauch (Allium ursinum)?

Wenn ihr Bärlauch in der Natur sucht, haltet nach diesen Orten Ausschau:

  • Bärlauch wächst in Auenwäldern
  • und in feuchten, krautreichen Laub- und Mischwäldern.
  • Bärlauch besiedelt Plätze, die nur im Frühjahr sonnig sind. (Ihr kennt das vielleicht vom Buschwindröschen.) Nur zu dieser Zeit, vor dem Laubaustrieb, fällt genügend Licht auf den Boden, sodass er blühen, Insekten zur Bestäubung anlocken und Samen bilden kann.

Wollt ihr Bärlauch im Garten anbauen, spürt ähnliche Plätze auf. Ein schattiger Platz unter Hecken mit Laubgehölzen, die im Herbst ihr Laub abwerfen, ist schon die halbe Miete. Aber er will auch noch die richtige Erde haben.

Welchen Boden braucht Bärlauch?

Wenn ich Wildkräuter wie Bärlauch im Garten ansiedeln will und sie nicht von alleine kommen, frage ich mich: „Wo findet man Bärlauch in der Natur? Wie schaut der Boden aus?“ Die Erkenntnisse übertrage ich auf den Garten. Und welche Erde mag Bärlauch nun?

Bärlauch gedeiht in

  • feuchter,
  • humoser und
  • lockerer Erde.

Bärlauch braucht so einen Boden nicht nur im Garten, sondern auch in der freien Natur. Also guckt bei der Suche nach wildem Bärlauch nicht nur nach schattigen, krautreichen Wäldern, sondern auch nach dem beschriebenen Boden.

Bärlauch im Garten pflegen und düngen

Habt ihr im Garten den richtigen Platz für den Bärlauch gefunden und den Boden vorbereitet, könnt ihr Bärlauch säen oder pflanzen. Dann abwarten und Himbeeren naschen. Und …

Warten, bis der Herbst kommt …

Laub, das im Herbst von Bäumen und Sträuchern fällt, liegen lassen. Die Blätter zersetzen sich und werden zu Humus – locker und nahrhaft. Genau so, wie Bärlauch es mag. Ihr müsst nichts tun. Da ist er anspruchslos.

Selbst wenn der Sommer sehr heiß und trocken ist, braucht ihr euch nicht um den Bärlauch zu kümmern. Ihr müsst ihn nicht gießen. Zumindest ich habe ihn noch nie gegossen!

Was kann man vom Bärlauch ernten?

Manche Leute meinen, dass man Bärlauch nicht mehr ernten kann, sobald er blüht. Die gute Nachricht lautet: Bärlauch könnt ihr das ganze Jahr ernten! Zu jeder Jahreszeit! Da könnte durchaus einiges dabei sein, das ihr noch nie gegessen habt.

„Man lebt 75 Tage länger, wenn man das Glück hat, etwas zu essen, was man vorher noch nie gegessen hat.“

Jap. Sprichwort

Wie lange kann man Bärlauch ernten? Das könnt ihr zu den verschiedenen Zeiten sammeln:

  • März bis April: Die Bärlauch-Saison beginnt mit den Blättern. Sammelt von jedem Büschel nur ein Blatt, sodass noch genügend Blätter erhalten bleiben, mit denen die Wildpflanze Samen und Tochterzwiebeln entwickeln kann.
  • April bis Juni: Es folgen Blütenknospen und Blüten.
  • Juni: Nun ist Erntezeit für die noch grünen Samen.
  • Ab Juni / Juli: Weiter geht es den reifen Samen.
  • Ab Mitte des Jahres: Die Blätter ziehen ein und die Bärlauchzwiebeln ruhen. Diese lassen sich bis zum Spätwinter des nächsten Jahres ernten.

Lässt sich Bärlauch lagern?

Bärlauch genießt ihr am besten frisch. Ihr könnt auch ein Pesto ohne Käse zubereiten, das sich gekühlt einige Wochen hält. In Essig oder Öl eingelegt hält er sich bis zur Ernte im nächsten Jahr. Zum Trocknen eignet sich Bärlauch nicht.

Der Verwendungszweck: Was kann man mit Bärlauch machen?

Bärlauch könnt ihr vielfältig verwenden. Ich mag die frischen Blätter am liebsten im Salat oder in Essig eingelegt. Besonders gerne esse ich seine Blätter und unreifen Samen – wenn ich im Garten zufällig an ihm vorbeikomme. Nein! Ich gehe nicht gezielt zu ihm hin! Nein, echt nicht!

  • Blätter: Bis zur Blüte eignen sich die Blätter für Pesto. Ihr könnt sie auch in Essig einlegen oder in den Salat packen. Schneidet Bärlauchblätter klein und verarbeitet sie als essbare Wildpflanze im Kräuterquark. Auch Bärlauchspätzle sind es wert, probiert zu werden.
  • Blüten: Die Blüten sind eine schöne, essbare Dekoration.
  • Samen: Bärlauch kann man auch nach der Blüte noch essen! Jetzt sind nicht mehr die Blätter interessant, sondern die Samen. Die unreifen Samen dienen als scharfes Gewürz. Die reifen, getrockneten und gemahlenen Bärlauchsamen sind ein würziger Pfefferersatz.
  • Zwiebeln: Die Zwiebeln des Bärlauchs könnt ihr wie falsche Kapern einlegen. Achtung! Wenn ihr zu viele Zwiebeln erntet, wächst kein Bärlauch mehr nach! Denn was weg ist, ist weg!
Bärlauch wird nicht giftig, wenn er blüht!
Bärlauchblüten und unreife Samen

Ein einfaches Rezept für Bärlauch

Wollt ihr Bärlauch konservieren, sodass ihr das ganze Jahr auf den Bärlauchgeschmack zurückgreifen könnt? Hier habe ich ein Rezept, wie ihr ihn in Essig einlegen könnt:

Zutaten:

750 ml Apfelessig in Bioqualität, nicht erhitzt. Das erkennt ihr daran, dass sich eine Essigmutter bildet. Ich verwende immer Apfelessig im Braunglas.

4 – 6 Blätter vom Bärlauch, je nach Größe.

Zubereitung:

Die Blätter in kaltem Wasser kurz waschen, trockentupfen. Es soll kein Wasser mehr dran sein. Ich lasse ihn zum Abtrocknen, damit er wirklich!, wirklich trocken ist, noch eine Weile liegen (vielleicht eine halbe Stunde – immer wieder nachschauen, ob er tatsächlich trocken ist).

Die Blätter in die Flasche zum Essig stopfen (macht es euch einfach: in die Originalflasche stopfen – nicht umfüllen). Der Essig muss die Blätter vollständig bedecken. Eventuell mit dem Stiel eines Kochlöffels nachhelfen.

Flasche verschließen. Schütteln.

Mit Datum beschriften. An einen dunklen Ort stellen. Ich lasse ihn in der Küche stehen, damit ich ihn nicht vergesse.

6 Wochen lang täglich die Flasche schütteln. Deshalb das Datum … Damit ihr wisst, wann ihr mit dem Schütteln aufhören könnt.

Fertig ist der in Essig eingelegte Kräuteressig mit Bärlauch! Und schon könnt ihr ihn ins Salatdressing geben.

Extra-Tipp: Ich lasse die Blätter in der Flasche, habe keine Lust sie raus zu popeln.

Inhaltsstoffe im Bärlauch

Bärlauch enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe: Lauchöle, Schwefel, Allicin, Alliin, Flavonoide, Polysaccharide, ätherische Öle, (jeweils pro 100 g Frischmasse) 150 mg Vitamin C, 340 mg Kalium, 320 Mikrogramm Magnesium, Schleimstoffe und Zucker.

Bei welchen Giftpflanzen besteht Verwechslungsgefahr mit Bärlauch?

Es gibt Giftpflanzen, die fast wie Bärlauch ausschauen. Mit folgenden giftigen Pflanzen kann er leicht verwechselt werden:

  • Maiglöckchen (Convallaria majalis)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Aronstab (Arum maculatum)

Achtet darauf, wirklich nur Bärlauch zu sammeln! Sammelt die Blätter einzeln und schaut jedes Blatt genau an! Wenn ihr großflächig sichelt, kann sich leicht eine giftige Pflanze untermischen.

In der Natur gilt für wilden Bärlauch die Handstraußregel. Aber im Garten könntet ihr in Versuchung geraten, großflächig zu ernten.

… Und mehr

Andere Namen

Bärlauch heißt auch Waldknoblauch, Bären-Lauch, Bärenknuflak, Wilder Lauch, Hexenzwiebel, Waldlauch und Ramsel.

Wort-Herkunft:

Niemand weiß genau, woher das Wort „Bärlauch“ stammt. Im Gattungsnamen „Allium ursinum“ steckt „ursinum“. Dieser Begriff stammt vom lateinischen „ursus“, was „Bär“ bedeutet. Vielleicht wurde dem Bärlauch dieser Name verpasst, weil er und Bären den gleichen Lebensraum besiedelt hatten? Unsere Vorfahren gingen wohl davon aus, dass Bärlauch einem Bärenkräfte verleihen würde.

Lebensraum Bärlauch / Ökologie

Bärlauch gehört zu den Lauchgewächsen (Alliaceae). In manchen Gegenden gilt er als vom Aussterben bedroht.

Bärlauch dient einigen Schwebfliegen als Wirts- oder Futterpflanze.

Bärlauch ist eine Zeigerpflanze für nährstoffreiche, feuchte Böden.

Nachdem die Samen reif sind, zieht Bärlauch seine Blätter ein und verschwindet bis zum nächsten Frühling. Die Samen brauchen zwei Jahre bis sie keimen.

Ein Quadratmeter Bärlauch kann unter günstigen Bedingungen bis zu 9.000 Samen bilden. Mal rechnen: Wenn jede Blüte drei Samen hervorbringt, dann sind das xy Blüten. Ich tue mich schwer, mir vorzustellen, dass so viele Blüten auf einen Quadratmeter passen.

Die Samen werden trotz Elaiosom (nahrhaftes Anhängsel) nicht von Ameisen durch die Gegend geschleppt, sondern von anderen Tieren, an deren Fußsohlen die Samen hängen bleiben. Bärlauch vermehrt sich allerdings nicht nur über Samen, sondern auch mithilfe von Tochterzwiebeln.

Sonst noch etwas? Unnützes Wissen

Bestimmte Schwefelverbindungen entfalten ihren typischen Geruch erst nach Verletzung. Wer ein Blatt reibt oder zerkaut, verletzt es und der Knoblauchgeruch ist deutlich wahrnehmbar.

Bärlauch findet man unter Laubbäumen und unter Sträuchern.

Meine Erkenntnisse mit dem Anbau von Bärlauch im Garten

Bei uns im Garten wächst angebauter Bärlauch. Unser Bestand stammt von einigen ausgegrabenen Büscheln aus dem Garten von Bekannten. Mit gekauften Samen hatte ich kein Glück. Vielleicht hat der Standort damals nicht gepasst.

Wir ernten vorsichtig, sodass sich der Bärlauch über Samen und Tochterzwiebeln ausbreiten kann. Die Zwiebeln nutzen wir überhaupt nicht, denn wenn die Zwiebeln weg sind, ist auch der Bärlauch weg. Sollte bei uns irgendwann Bärlauch im Überfluss wachsen, kann ich mir vorstellen, auch die Zwiebeln zu probieren.

Praktisch ist es allemal, Bärlauch im Garten zu ernten – stets frisch im Vorbeigehen ein Blatt oder unreife Samen essen zu können oder Blätter für einen gemischten Salat zu pflücken. Erntefrischer geht es nicht!

Und wie immer bei essbaren Wildpflanzen: Bärlauch im Garten ist pflegeleicht!

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja

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