Dieses Jahr habe ich mich im November zu frevlerischen Untaten hinreißen lassen! Ich habe Stauden zurückgeschnitten! Und das, obwohl ich der Meinung bin, dass wir diese Gartenarbeit im Herbst nicht erledigen soll, sondern – wenn überhaupt – erst im Frühling.
Doch nicht nur diese, sondern auch andere Arbeiten erledige ich im Spät-Herbst oder zu Beginn des Winters. Der Artikel handelt von den Dingen, über die ich mich im November (vielleicht) hermache.
Welche Gartenarbeiten fallen im November an?
Im November ist bei uns von der Phänologie her bereits Winter. Er beginnt mit dem Blattfall der Stieleiche oder der nadelförmigen Blätter der Lärche.
Wunderbares Wissen: Obwohl Lärchen zum Überwintern wie Laubbäume ihre nadelförmigen Blätter abwerfen, zählen sie zu den Nadelbäumen und nicht zu den Laubbäumen.
1. Im November Stauden zurückschneiden?
Für den Rückschnitt der Stauden ist der Frühling die bessere Zeit. Denn vertrocknete Stängel und verblühte Stauden sind ausgezeichnete Rückzugsorte und Überwinterungsplätze für Insekten. Warum also habe ich trotzdem im November Stauden zurückgeschnitten?
Es musste sein. Denn es lag einiges kreuz und quer über den Wegen, so dass kein Durchkommen mehr war. Das ist wortwörtlich gemeint.
Wir wollen doch ans Hochbeet kommen, um Herbstgemüse zu ernten. Und zum Komposthaufen ist es auch bequemer, wenn wir nicht die ganze Nässe von den in den Weg ragenden Stauden mit der Hose ins Haus schleppen.
Diese insektenfeindliche Aktion bedeutet aber nicht, dass ich alles picobello aufgeräumt habe! Nein, nur dort, wo es notwendig war, habe ich was weggeschnitten. Der Rest darf bis in den Frühling bleiben.

Das habe ich mit den abgeschnittenen Pflanzen im Herbst gemacht
Früher habe ich im Frühling die abgeschnittenen Pflanzen wie Wasserdost, Goldrute und anderes auf einen separaten Haufen neben den Kompost gepackt.
Falls noch Insekten in Stängeln, vertrockneten Samenständen und Blütenköpfen waren, konnten sie langsam raus krabbeln.
Diesen Herbst habe ich die Pflanzenreste auf die Benjeshecke gelegt. Denn endlich haben wir das Projekt umgesetzt! Ich bin begeistert!
Weshalb ich immer wieder zur Benjeshecke gehe und sie mir anschaue. Auch wenn ich dort nichts zu tun habe. Einfach nur gucken und mich freuen!
2. Wildpflanzen ausgraben
Im November kann man noch Pflanzen umpflanzen oder neue einpflanzen – solange der Boden noch nicht gefroren ist.
Schweren Herzens habe ich dieses Jahr deshalb wilde Pflanzen wie Günsel und Schöllkraut ausgegraben. Schöllkraut ist ein richtig schönes, üppiges Gewächs. Auch jetzt im November. Das auszugraben, hat mir richtig leid getan.
Die Wildpflanzen waren im Weg. Nicht im Weg im wortwörtlichen Sinne, sondern ich habe den Platz für Stauden gebraucht, die ich neu gepflanzt oder umgepflanzt habe.
Einige Wildpflanzen haben woanders einen neuen Platz gefunden, andere landeten auf den Kompost.
Jetzt haben Astern, Lenzrosen, Pfingstrosen und Bergenien einen hoffentlich auf Dauer besseren Standort als vorher.
3. Gartenarbeiten für den Frühling entdecken
Ich schlendere gerne durch den Garten, um zu schauen, was ich im Frühling theoretisch alles machen will.
Theoretisch deshalb, weil ich das meiste dann doch nicht mache. Die Vegetation ist meistens schneller ist als ich. Wenn sie dann schon grün ist, tut es mir um jedes Blatt und jeden grünen Halm leid.
4. Laub im Garten
Der November ist eine gute Zeit, um Laub im Garten zu verteilen, weil immer noch Laub von den Bäumen fällt. Dort, wo es auf dem Rasen und auf der Steintreppe eine dicke Schicht bildet, reche ich es zusammen (Bloß kein Laubbläser! Ich glaube, Männer benutzen ihn gerne, weil er laut ist. Und sie mit dem Lärm der Welt zeigen können, dass sie arbeiten. Vorurteile gehören gepflegt.)
Das Laub kommt unter die Hecke, unter Sträucher und Bäume, als Mulch um neu gepflanzte Pflanzen oder auf den Komposthaufen. Letztes Jahr habe ich mit dem Laub einen neu gepflanzten Pfirsichbaum ummantelt.
5. Gemüse ernten
Im November ernte ich die gleichen Gemüse wie im Oktober. Allerdings wird es weniger. Das Gemüse wächst fast nicht mehr, weil es schon zu kalt ist.
6. Schnecken aus dem Hochbeet sammeln
Wie kommen die Schnecken bloß immer ins Hochbeet? Sie haben sich weitgehend verkrochen, so dass ich kaum mehr welche finde, fressen allerdings noch an den Salaten. Für eine höhere Fangquote muss ich auf das Frühjahr warten.
7. Raupen der Kohlweißlinge suchen
Die Kohlweißlingsraupe(n), die fleißig am Chinakohl und Asia-Salat fressen, habe ich immer noch nicht gefunden. Irgendwann werden sich die Raupen doch satt gefressen haben und sich zum Verpuppen anrichten, oder? Momentan kommt es mir nicht so vor.
8. Überrascht sein
Wo kommen plötzlich die Brennnesseln her, die sich als Unterpflanzung von Johannisbeeren und Stachelbeeren breit machen?
Ich habe die Brennnesseln doch die letzten Monate immer wieder ausgerissen! Ich denke darüber nach, ob ich sie vor dem Schnee noch ausreiße. Bevor ich fertig nachgedacht habe, fällt wahrscheinlich bereits Schnee.
9. Anzuchttöpfe putzen
Vorm Winter reinige ich die Anzuchttöpfe. Nicht, weil ich das für notwendig halte, um Pflanzenkrankheiten zu verhindern.
Nein. Sondern weil ich im Frühling das Gemüse im Wohnzimmer vorziehe. Da ist es einfach doof, wenn von den Töpfen die Erde auf unser geöltes Parkett fällt.
10. Haltestangen einlagern
Tomatenstäbe, Stellagen von Stangenbohnen und Metallhalterungen von Stauden einsammeln und einlagern. Viele Haltestangen sind bei uns natürlichen Ursprungs.
Es sind Stecken von Baum- und Strauchschnitt mit Astgabeln. Diese bleiben draußen an Ort und Stelle oder ich lege sie auf einen separaten Haufen.

11. Wintergemüse gießen
Einige Wintersalate wie Postelein (Winterportulak und Zuckerhut) wachsen bei uns im Tomatentopf. Ab und zu muss ich sie gießen, weil sie vor Regen geschützt stehen.
12. Brennnesseljauche abfüllen
Ich fülle Brennnesseljauche in eine Flasche ab. Sie dient mir als Vorrat für die Anzucht von Gemüse im Frühjahr und als Dünger für Zimmerpflanzen.
13. Blütenknospen bewundern
An Wilder Marille (Kirschpflaume) und Schlehe die Blütenknospen fürs nächste Frühjahr suchen, finden und bewundern.
14. Neu gepflanzten Baum gießen
Eine Eibe habe ich mir schon lange gewünscht. Endlich wächst sie in unserem Garten! Damit sie gut über den Winter kommt, gieße ich sie hin und wieder, wenn es länger nicht regnet. Eine Stechpalme ist auch neu dazugekommen. Die bekommt ebenfalls ab und zu Wasser.
15. Maulbeerbaum anschauen
Wir haben einen Maulbeerbaum. Ein Ast hängt arg stark über das Dach vom Brotbackhäuschen.
Deshalb schaue ich mir im jetzt fast blattlosen Zustand das Gerüst vom Maulbeerbaum an, um zu sehen, was für ein Ast im Frühling weggeschnitten werden muss. Das kann man natürlich auch mit anderen Bäumen machen.
Habe ich schon gesagt, dass der Maulbeerbaum einen wunderschön leuchtenden Blattaustrieb im Frühling hat und auch die Herbstfärbung grandios ist?
Und dass er eigentlich ein toller Baum zum drunter sitzen wäre, wenn im Hochsommer nicht wochenlang stark färbende Früchte runterfallen würden?
16. Futterhäuschen für Vögel herrichten
Das Vogelfutterhäuschen braucht einen neuen Stab, damit wir es wieder vom Küchenfenster aus sehen. Weil er morsch war, haben wir ihn gekürzt, so dass er schon unter der Säulenberberitze daneben verschwindet.
17. Topfpflanzen reinholen
Wir haben einige kälteempfindliche Topfpflanzen wie ein Olivenbäumchen, Oleander, Zitronenbäumchen und Schmucklilien. Diese holen wir vor der großen Kälte ins Haus, um sie frostfrei zu überwintern.
18. Frühjahrsblüher pflanzen
Jedes Jahr wieder pflanzen wir Blumenzwiebeln wie Tulpen oder Zierlauch als Winterfutter für Wühlmäuse.
Schneeglöckchen, Narzissen, einige Krokusse und Traubenhyazinthen dagegen verschmähen die Nager. Oder sie finden sie nicht. Wer weiß das schon?
Es heißt, man soll die Zwiebeln der Frühlingsblüher doppelt so tief pflanzen wie sie groß sind. So genau nehme ich das nicht. Ein Loch gemacht und rein damit.
19. Gartenwasserzähler abbauen
So langsam wird es Zeit, den Gartenwasserzähler abzubauen.
20. Regentonne leeren
Bevor kräftige Minustemperaturen ins Haus stehen, leeren wir die Regentonne. Einmal haben wir das schon übersehen. Der Frost war schneller. Zuerst war der Wasserhahn eingefroren, dann auch das Wasser in der Regentonne.
Wir haben die Flamme eines Feuerzeugs unter den Wasserhahn gehalten. Das hat nichts gebracht. Er hat sich keinen Millimeter bewegt. Das Eis wollte nicht auftauen.
So ist das Eis den Winter über in Regentonne und Wasserhahn geblieben. Erfreulicherweise ist nichts kaputt gegangen. Die Situation war trotzdem stressig. Seither habe ich ein wachsameres Auge drauf.
21. Karde umpflanzen
Karden säen sich selber aus und wachsen an unmöglichen Plätzen, wo ich sie nicht brauchen kann. Deshalb pflanze ich einige im November um.
Den anderen Teil pflanze ich im Frühjahr um. Dann haben sie vielleicht mehr Chancen, dass die Wühlmäuse die verletzten Wurzeln nicht komplett wegfressen.
Wühlmäuse lieben scheinbar deren Wurzeln. Allerdings habe ich festgestellt, dass die Nager wohl hin und wieder mal einen Wurzelrest übersehen und dieser wieder austreibt.
22. Kälteschutz fürs Gemüse
Wenn frostige Nächte vorauszusehen sind, lege ich einen Kälteschutz über das Gemüse.
23. Hasendraht als Baumschutz befestigen
Seitdem wir in strengen Wintern Besuch von Hasen hatten und diese nicht nur Feuerdorn, Ginster und Schlehenbüsche zum Fressen gerne haben, sondern auch unsere Obstbäume, schützen wir sie vor den hungrigen Tieren.
Früher haben wir als Baumschutzgitter Kaninchendraht benutzt. Der ist aber recht starr und pikst beim Verschließen. Dann haben wir Hasendraht und Baumschutzhülsen aus Kunststoff ausprobiert.
Die Kunststoffhülsen lassen sich spiralförmig um den Baumstamm wickeln, rutschen allerdings immer ein Stück runter. Das Material gefällt mir nicht. Im Ergebnis sind wir zum Hasendraht zurückgekehrt.
24. Gartenmöbel ins Haus holen
Die Gartenmöbel kommen im Winter ins Haus. Und jedes Jahr wieder stehen wir vor der gleichen Frage: Wo soll das alles bloß hin? Ein Teil bleibt draußen.
25. Essbare Wildkräuter jäten oder wachsen lassen?
Man kann im Gemüsebeet „Unkraut“ jäten. Das mache ich nur partiell, dort, wo sie Kulturgemüse bedrängen. An anderen Stellen im Hochbeet wachsen sie, bedecken den Boden und vergrößern die Erntemenge. So genießen wir auch im November noch frisches, wildes Grün.
26. Knoblauch pflanzen
Falls noch nicht geschehen und der Boden noch nicht gefroren ist, kann man immer noch Knoblauch pflanzen. Von dem Grün, das noch rauswächst, ernte ich immer ein kleines Stück für die Salatschüssel.
Welche Sträucher im Garten tragen noch Früchte?
Derzeit leuchten in unserem Herbstgarten noch die Früchte von Feuerdorn, Pfaffenhütchen, Berberitzen, Weißdorn, Hundsrosen, Kartoffelrosen, Schlehen, Liebesperlenstrauch und Gewöhnlichem Schneeball auffällig bunt. Viele von den Früchten dienen Vögeln als Nahrung.
Meine Erkenntnisse mit Gartenarbeiten im November
Mit den herbstlichen Gartenarbeiten fange ich meistens im Oktober an und ziehe es in den November rein. Es gäbe allerdings viel mehr zu tun, als ich dann tatsächlich erledige.
Viel Freude in Garten und Natur
Sonja
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