Lexikon

Neophyten

Was sind Neophyten? Der Begriff Neophyten besteht aus den Wortteilen neo- für neu und phyton (griech.) für Pflanze / Gewächs. Neophyten sind Pflanzen, die erst nach der Entdeckung Amerikas im 16. Jahrhundert in Europa eingeführt worden sind, vorher hier nicht heimisch waren.

Neophyten wurden entweder bewusst von anderen Ländern mitgenommen, weil sie den Reisenden gefallen hatten und sie die Pflanzen als Zierpflanzen im Garten haben wollten. Oder sie wurden unabsichtlich eingeschleppt, zum Beispiel als blinde Passagiere auf den Handelsschiffen.

Sind Neophyten ein Problem?

Zwischen 400 und 500 Pflanzen gelten als gebietsfremd. Nicht alle Neophyten sind willkommen. Manche werden teilweise als Problem angesehen. Das ist dann der Fall, wenn sie keine oder nur wenig Konkurrenten oder Fressfeinde haben, die sie in Schach halten würden.

Oder aber die Neophyten sind so starkwüchsig, dass sie die einheimische Flora verdrängen. Unter diesen Gesichtspunkten gelten sie als invasiv.

(Potenziell) invasive Neophyten

Neophyten, die als invasiv oder potenziell invasiv gelten, sind beispielsweise:

  • Amerikanischer Stinktierkohl (Lysichiton americanus) – Was ist das denn? Ich nehme ihn nur wegen seines deutschen Namens in die Liste auf.
  • Bocksdorn, gewöhnlicher (Lycium barbarum) – Dessen Früchte sind als Goji-Beeren bekannt.
  • Douglasie, gewöhnliche (Pseudosuga menziesii) – Ihre Nadeln duften leicht zitronig.
  • Erdmandel (Cyperus esculentus) – Gibt es in den Geschäften gemahlen zu kaufen.
  • Essigbaum (Rhus hirta) – Seine leuchtend rote Herbstfärbung ist einfach phänomenal!
  • Indisches Springkraut, Drüsiges Springkraut, Himalaya-Springkraut (Impatiens glandulifera) – Die Pflanze mit großen, rosa Blüten und intensiv, süßlichem Duft. Dieses Springkraut bekommt viel Besuch von Hummeln und bei günstiger Witterung auch von Blattläusen. Und auch die Raupe des Mittleren Weinschwärmers habe ich schon an ihr gesehen.
  • Japan-Knöterich, gewöhnlicher (Fallopia japonica)
  • Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) – Die Insekten fliegen auf die Blüten, die intensiv süßlich duften.
  • Kartoffelrose (Rosa rugosa) – Sie trägt große Hagebutten. Da hat man schnell eine schöne Menge für Hagebuttenmus beisammen.
  • Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) – Eine beliebte, wintergrüne Gartenpflanze, die sich über Samen schnell ausbreitet. Die Schweiz denkt darüber nach, Kirschlorbeer zu verbieten.
  • Kleines Springkraut (Impatiens parviflora) – Blüht gelb, wächst in Wäldern, nimmt man oft nicht als invasiv wahr.
  • Kulturheidelbeere, Amerikanische (Vaccinium angustifolium x corymbosum) – Ich frage mich, warum sie überhaupt in den Gärten wächst? Die Kulturheidelbeeren schmecken doch nach nichts. Ich bin in der glücklichen Lage, in einer Gegend zu wohnen, wo der Boden erst mal sauer ist. Das kommt vom Granit, der den Untergrund bildet. Und deshalb wachsen in unseren Wäldern die wilden Heidelbeeren. Geschmacklich ein Traum! Die sind auch durch und durch blau, nicht nur außen die Schale.
  • Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) – Nicht zu verwechseln mit dem Wiesen-Bärenklau.
  • Robinie (Robinia pseodoacacia) – Findet man oft in Parks. Wächst sehr schnell und hat nierenförmige Samen, die wie kleine Samen von Stangenbohnen ausschauen.
  • Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) – Viele haben den im Garten, weil er so üppig blüht und ein Schmetterlingsmagnet ist.
  • Topinambur (Helianthus tuberosus) – Meiner Erfahrung nach hängt deren Ausbreitungsdrang von verschiedenen Faktoren ab. Siehe diesen Beitrag über den Anbau von Topinambur im Garten.
  • Weymoth-Kiefer (Pinus strobus) – Wurde vor einigen Jahrzehnten gerne vom Forst gepflanzt.

Neophyten, geduldet und gemocht

Neophyten, die niemand schief anschaut, weil sie sich zu benehmen wissen sind zum Beispiel:

  • Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) – Eignet sich gut für die Wildobsthecke. Insektenfreundlich, gut für Vögel.
  • Meerrettich / Krenn (Armoracia rusticana) – Wer kennt die Wurzel als würzige Zutat in Speisen nicht?
  • Perückenstrauch (Cotinus coggygria) – Hat filigrane Blüten und eine tolle Herbstfärbung.
  • Kleinblütiges Franzosenkraut (Galinsoga parviflora) – eine essbare Wildpflanze wie die Vogelmiere auch.
  • Sonnenblume, gewöhnliche (Helianthus annuus) – Kennt wahrscheinlich auch jede/r, eine insektenfreundliche Blume.
  • Ysop (Hyssopus officinalis) – Ein gutes Würzkraut und eine insektenfreundliche Pflanze.
  • Walnuss (Juglans regia) – Ja, auch die ist ein Neophyt.
  • Mahonie, gewöhnliche (Mahonia aquifolium) – Seit ich die beim Wandern gesehen habe, suche ich für sie einen Platz im Garten.
  • Sauerkirsche (Prunus cerasus) – Wenn es die bei uns noch nicht geben würde, müsste man sie holen. Ich liebe Sauerkirschen, getrocknet oder im Kuchen. Mmmmh. Lecker!
  • Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius) – Haben wir auch. Esse ich immer im Vorbeigehen.
  • Mariendistel (Silybum marianum) – Habe mir Samen gekauft.
  • Ehrenpreis, persischer (Veronica persica) – Auch so eine Blume, die in unserem Garten blüht.
  • Echter Alant (Inula helenium) – Gilt seit jeher in der Volksheilkunde als Heilpflanze.

____________________________________

Sammelsteinfrucht

Steinfrüchte sind Früchte, die innen einen “Steinkern” enthalten. Dieser Stein wird vom äußeren Teil umhüllt. Bekannte Beispiele dafür sind Kirschen, Zwetschgen oder Aprikosen. Das Äußere kann fruchtig-saftig sein oder fest wie bei der Mandel.

Aber auch die Himbeere gehört zu den Steinfrüchten. Wenn man sich eine Himbeere genau anschaut, sieht man, dass jede Frucht aus vielen kleinen Kügelchen besteht. Jedes dieser Kügelchen ist eine einzelne Frucht mit jeweils einem Stein. Diese vielen Einzelfrüchte klebt die Natur zu einer “Himbeere” zusammen. Weil die Einzelteile an einer Stelle zusammengesammelt sind, heißen sie Sammelsteinfrucht.