Eine Pflanze für einen besonderen Schmetterling

Wasserdost: Die Lieblingspflanze vom Schmetterling Russischer Bär.

Ich war vor Freude ganz aus dem Häuschen! Habe ich doch den Russischen Bären in unserem Garten gesehen! Müssen wir uns also auf die Rückkehr der Bären im Bayerischen Wald einstellen?

Nein! Denn der Russische Bär ist kein Bär und sein Hauptvorkommen ist auch nicht Russland, sondern die griechische Insel Rhodos. Dort tritt er wohl in Massen auf, was wiederum Massen von Touristen anzieht. Der „Bär“ ist ein Schmetterling!

Der Schmetterling, der nicht lesen kann

Beim Russischen Bären handelt es sich um einen Nachtfalter, der scheinbar nicht lesen kann, denn er fliegt auch tagsüber. Und zu dieser Zeit habe ich ihn entdeckt! Auf der Terrasse – als er gerade sein Nachmittagsschläfchen gehalten hat.

Mein Schmetterlingsbuch sagt, der Russische Bär wäre eine geschützte Art nach der FFH-Richtlinie und nach der Bundesartenschutzverordnung.

Woanders habe ich gelesen, dass dieser Schutzstatus wohl ein Fehler sei, weil nur eine Unterart des Russischen Bären gemeint gewesen sei. Aber das ist jetzt egal. Dieser Schmetterling ist jedenfalls geschützt.

Wie sieht der Russische Bär aus?

Der Russische Bär ist ein schöner Schmetterling. Wenn er ruht hält er seine Vorderflügel geschlossen und man sieht eine ausgefallene schwarz-gelb-weiße Zeichnung.

Wenn er fliegt ist er sehr auffällig. Denn die Hinterflügel sind leuchtend orange-rot. So mit offenen Hinterflügeln habe ich ihn allerdings nicht aufs Foto bekommen, sondern nur mit einem kleine Teil der Flügelfarbe.

Der Schmetterling ruht und frisst gerade nicht an einer Pflanze im Garten.

Am letzten der drei Brustabschnitte befindet sich ein Hörorgan, mit dem der Schmetterling Ultraschall hören kann. Das ist schön nützlich, wenn Fledermäuse Ortungslaute aussenden.

Welche Lebensräume bewohnt der Russische Bär?

Der Schmetterling besiedelt völlig unterschiedliche Lebensräume, lebt sowohl auf sonnigen und felsigen Böschungen, als auch in feuchten und schattigen Gegenden. Außerdem hält er sich in Hecken mit Waldnähe auf. Damit sind wir in unserer Region gut ausgestattet.

Gut, dass er auch blütenreiche Gärten mag, denn Blumen findet er in unserem insektenfreundlichen Garten massig. Dann besiedelt er noch Magerrasen, Hochstaudenfluren und Steinbrüche. Aufgelassene Steinbrüche gibt es in unserer Gegend ebenfalls.

Welche Pflanzen frisst die Raupe des Schmetterlings?

Der Russische Bär bildet im Jahr nur eine Generation erwachsener Schmetterlinge aus und fliegt in der Zeit von Juli bis September. Er überwintert als Raupe. Deren Nahrungspflanzen sind Wildkräuter wie Kleiner Wiesenknopf, Klee, Natternkopf, Große Brennnessel, Wiesensalbei, Huflattich oder Kreuzkraut oder Himbeeren oder holzige Gewächse wie Hasel oder Sal-Weide.

Das zeigt, wie wichtig es für einen insektenfreundlichen Garten ist, nicht nur Kulturpflanzen, sondern auch Wildkräuter und Wildpflanzen zuzulassen. Diese sind oft Futterpflanzen für Schmetterlings-Raupen. Zum Teil sind es sogar essbare Wildkräuter und Wildpflanzen.

Welche Pflanzen frisst der erwachsene Schmetterlings-„Bär“?

Der erwachsene Schmetterling nuckelt gerne am Nektar von Blumen, bevorzugt dabei Gewöhnlichen Wasserdost (Eupatorium cannabinum). Ersatzweise nimmt der Russische Bär auch Dost (Origanum vulgare).

Meine Erfahrungen mit dem Gewöhnlichen Wasserdost

Vor Jahren haben wir Wasserdost an eine Stelle im Garten gepflanzt, an der es immer etwas feucht und sumpfig war. Er liebt nämlich feuchte Böden. Dort wächst er gut.

Schön am Wasserdost ist, dass es auf seinen Blüten immer so geschäftig zugeht. Gefühlte tausende Insekten schwirren da rum.

Der Wasserdost hat allerdings den Drang, sich über Samen, die der Wind verweht, auszubreiten. Er sucht sich selber seinen Platz und taucht plötzlich an Stellen auf, wo ich ihn nicht hingepflanzt hätte, weil ich gesagt hätte, dass das kein passender Standort ist.

Bisher habe ich den Wasserdost gewähren lassen. Aber dort, wo er stört (ja, auch das gibt es in unserem Naturgarten!) hatte ich die Absicht, ihn wegzumachen. Er bedrängt beispielsweise die Johannisbeeren. Und nun kommt dieser Schmetterling daher! Soll ich – oder soll ich nicht – den Wasserdost abschneiden? Das ist echt ein Dilemma!

Aber: Der Wasserdost ist eindeutig eine insektenfreundliche Staude für Bienen und Insekten! Auch Schmetterlinge wie der Distelfalter, der C-Falter oder der Admiral gehen in das “Wasserdost-Restaurant”.

Welche Pflanzen für Schmetterlinge und Insekten habt ihr im Garten?

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