Kleines ABC der Pflanzenfamilien im Garten

Häufige Pflanzenfamilien im Gemüsegarten sind Korbblütengewächse. Sie kommen auch als Wildkräuter wie das Habichtskraut in der Krautschicht vor.

Im folgenden Artikel stelle ich 15 Pflanzenfamilien aus dem Gemüsegarten vor. Dazu gehören auch exotische Nischengemüse sowie deren gemeinsame Merkmale und dazugehörige Gemüse.

Denn wenn man Gemüse anbaut, fällt man früher oder später automatisch über Mischkultur und Fruchtfolge. Dann wird es Zeit, sich mit der botanischen Verwandtschaft im Gemüsegarten zu beschäftigen.

Pflanzenfamilien spielen im Anbauplan-Monopoly nämlich eine wichtige Rolle. Vielleicht sind sie für den Gemüseanbau sogar so wichtig, dass man am besten einen Doktorhut in Botanik erwirbt? Auch darauf gbit es eine Antwort.

Pflanzenfamilien wie die Korbblütler kommen im Gemüsegarten oft vor. Hier ist die Blüte vom Zuckerhut-Salat.

Die Übersicht habe ich um Zierblumen erweitert (einfach, weil es mir Spaß gemacht hat) und um Wildpflanzen. Denn hin und wieder schleichen sich Wildkräuter ohne Einladung ins Gemüsebeet ein und mischen die Fruchtfolge auf. Und wer sich fragt, was Pflanzenfamilien überhaupt sind, bekommt als Erstes die Antwort in Kurzfassung.

Was sind Pflanzenfamilien?

Pflanzenfamilien sind botanisch gesehen Gruppen von Pflanzen, die gemeinsam Merkmale haben. Dazu gehören zum Beispiel mit bloßem Auge sichtbare Kennzeichen wie:

  • der Aufbau der Blüte
  • die Anordnung der Blätter
  • der Wuchs und die Wuchsform (einjährig, Staude, Strauch, kletternd usw.)
  • die Zusammensetzung der Frucht.

Professionelle BotanikerInnen steigen noch tiefer in die Merkmalswelt ein und unterscheiden die Familien zum Teil mit Hilfe genetischer Analysen, bei denen sie Chromosomen zählen.

Oder sie vergrößern Samen um das 40-fache, um zu schauen, wie sie sich im Detail unterscheiden. Sie machen also Dinge, für die man keinen Hobbygarten, sondern ein Labor braucht.

Aber keine Sorge. Für unseren Gemüseanbau müssen wir weder ein gentechnisches Labor  einrichten, noch die 149 Pflanzenfamilien lernen, die im Standard-Werk zur Pflanzenbestimmung Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder* verzeichnet sind.

Es genügt, sich die Pflanzenfamilien unserer Gemüse zu merken – fürs Erste reicht auch ein Zettel, wo das draufsteht. Denn damit können wir beim Anbauplan für Gemüse bereits Fruchtfolge und Mischkultur mitdenken, ohne dass wir vorher einen Doktortitel in Biologie erwerben müssen.

Fangen wir bei der Liste der Pflanzenfamilien mit den „exotischen“ Gemüsen an und arbeiten wir uns zu den gängigen Gemüsen vor.

Übersicht über Pflanzenfamilien im Gemüsegarten und in den Zierbeeten

1.     Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)

Im Garten besetzt diese Pflanzenfamilie eine Nische. Dabei ist sogar ein Gemüse dabei, das kinderleicht anzubauen ist – falls man es vom Keimen überzeugen kann: Neuseeländer Spinat.

Wesentliche Merkmale von Eisenkrautgewächsen

  • Kräuter oder Stauden
  • Blätter gegenständig, d.h. jeweils zwei Blätter stehen sich am Stängel gegenüber.
  • Keine Nebenblätter an der Blattbasis. Was sind Nebenblätter? Vereinfacht gesagt: Blätter wachsen aus einem Stängel heraus. Dort, wo sie aus dem Stängel herauswachsen, können zusätzliche, anders geformte, kleine Blättchen sein, die sogenannten Nebenblätter.
  • Zygomorphe Blüten, das bedeutet, man kann sie einmal in einer bestimmten Ebene halbieren und erhält zwei spiegelbildlich gleiche Seiten. Tipp: Probiert das mal mit Blüten von Erbsen oder Stangenbohnen aus.
  • Blüten enthalten 4 Staubblätter, von denen zwei länger und zwei kürzer sind.

Obwohl der Familienname „Eisenkrautgewächse“ seltsam klingt, habt ihr vielleicht trotzdem schon mal etwas Grünes aus dieser Familie angebaut, gegessen oder zumindest gesehen.

Bei den Gartenkräutern oder einheimischen Wildpflanzen findet man in dieser Familie die aromatische Zitronenverbene und das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis).

2.     Portulakgewächse (Portulacaceae)

Auch diese Familie hat im Garten Seltenheitswert. Zu ihr gehören im Gemüsebeet

  • Postelein (Winterportulak) und
  • Sommerportulak

Bei uns ist Sommer-Portulak (Gemüse-Portulak) als essbares Wildkraut von alleine im Garten aufgetaucht. Man kann den Samen auch kaufen und im Gemüsegarten aussäen. Sommer-Portulak schmeckt leicht salzig und die Hühner unserer Nachbarn mögen ihn auch.

Eine einzige Pflanze dieser Pflanzenfamilie kann bis zu 200.000 Samen bilden, die bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben. Manche Leute sagen, dass Sommerportulak bei ihnen alles zuwuchert.

Ich finde Postelein ausbreitungsfreudiger – aber trotzdem nicht alles überwachsend. Er und Sommerportulak sind meiner Erfahrung nach nicht konkurrenzstark.

Wesentliche Merkmale von Portulakgewächsen

  • Kräuter
  • Blätter wechselständig oder gegenständig. Wechselständig bedeutet, dass am Stängel nur jeweils ein Blatt auf dieser Höhe raus wächst. Das nächste Blatt setzt  nicht auf der gleichen Höhe an und ist um einen bestimmten Winkel verschoben.
  • Blätter oft fleischig
  • Blütenfarbe gelb
  • Der reife Samen ist eine Kapselfrucht.

Eine bekannte Zierpflanze ist das Portulakröschen.

3.     Basellgewächse (Basellaceae)

Noch so ein Exot. Ein Gemüse-Vertreter dieser Familie ist Malabarspinat (zum Beispiel die Sorte Basella alba var. rubra). Der Anbau erfolgt über die Aussaat von Samen.

Malabarspinat ist mit seinen roten Stielen, dickfleischigen Blättern und roten Blattadern schön anzuschauen. Manchmal wird er sogar als einjährige Zierpflanze angeboten.

Basella alba zählt bei uns und in einigen anderen Ländern zu den Neophyten, da er ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum stammt.

Wesentliche Merkmale von Basellgewächsen

  • Meist ausdauernde, krautige Pflanzen, selten Halbsträucher. Bei uns einjährig.
  • Pflanzenwuchs: aufrecht oder kletternd
  • Blüte: meistens 5 Staubblätter

Ein weiterer Vertreter dieser Pflanzenfamilie ist die Kletterpflanze „Madeirawein“.

4.     Windengewächse (Convolvuaceae)

Ein vielleicht bekanntes Windengewächs ist die Süßkartoffel (Ipomoea batatas). Auch wenn sie im deutschen Namen den Begriff „-kartoffel“ enthält, ist sie keine Kartoffel.

Die Süßkartoffel hat nicht nur einen irreführenden deutschen Namen, sondern ist auch steuerlich benachteiligt. Für „Waren des täglichen Bedarfs“ wie Kartoffeln und Trüffel zahlt man 7 % Mehrwertsteuer, für Luxusgüter wie Süßkartoffeln 19 %.

Nützliches Wissen: Sollte jemals eine längere Expedition zum Mars oder ins Weltall stattfinden, darf die Süßkartoffel als Nutzpflanze mit auf Weltreise gehen.

Wesentliche Merkmale von Windengewächsen

  • Meistens Kräuter oder Stauden
  • Meistens sich windende Wuchsform, entgegen dem Uhrzeigersinn
  • Trichterförmige Blüten
  • 5 miteinander verwachsene Kronblätter
  • Wechselständige Blätter

Im Garten wachsen weniger beliebte Windengewächse. Sie werden von manchen als Unkraut bezeichnet. So zum Beispiel Acker- und Zaunwinden.

5.     Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) mit Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae, früher Valerianaceae)

Das richtig gute Joker-Gemüse für die Fruchtfolge im Gemüsegarten ist Feldsalat. Da es bei unseren Gemüsen sonst nichts aus dieser Familie gibt, kommt er keinem anderen Gemüse in die Quere.

Wesentliche Merkmale von Geißblattgewächsen

  • Sträucher, Stauden und Kräuter
  • 1 – 5 Staubblätter

Auch wenn es im Gemüsegarten keine Konkurrenz gibt, heißt das nicht, dass wir keine Pflanzen aus dieser Familie im Garten finden. Dafür gucken wir zu den Zier- und Heilpflanzen. Hier tauchen Rote Spornblume, Skabiose (Knautie), Heckenkirsche und Echter Baldrian auf.

6.     Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Der bekannteste Vertreter ist der Rhabarber. Im Alltag ist er als Obst getarnt, obwohl er zum Gemüse zählt.

Auch Buchweizen gehört zu den Knöterichen, selbst wenn man diesen im kleinen Gemüsegarten nicht anbauen wird.

Wesentliche Merkmale von Knöterichgewächsen

  • Meistens ausdauernde Kräuter oder Stauden
  • Blätter wechselständig
  • Kleine, unauffällige Einzelblüten.

Neben dem Rhabarber findet man im Naturgarten viele weitere Knöterichgewächse. Das sogar in vielen verschiedenen Größen. Fangen wir mit dem Kleinzeug an. Da gibt es den kleinen Vogelknöterich und Sauerampfer, den schon etwas größeren Stumpfblättrigen Ampfer sowie den Wiesen- oder Schlangenknöterich, eine Zeigerpflanze für feuchte Stellen.

Dann gibt es noch die großen Knöterichgewächse, solche, die mehrere Meter hoch werden und die man wie den Japan-Staudenknöterich lieber nicht in den Garten pflanzt.

Er ist hübsch und macht schnell was her. Aber er ist ein Neophyt, der den Garten schnell übernimmt. Also. Den würde ich mir tatsächlich nicht in den Garten holen.

7.     Korbblütler (Asteraceae)

Korbblütler sind eine große Familie und auch im Gemüsegarten gut vertreten. Dazu gehören unter anderem:

  • Topinambur
  • Salate wie Kopfsalat, Schnittsalat, Pflücksalat, Endiviensalat
  • Zichorien wie Chicorée, Radicchio, Zuckerhut

Wesentliche Merkmale von Korbblütlern

  • Kräuter oder Stauden
  • Blätter meistens wechselständig oder am Boden anliegende Rosetten
  • Keine Nebenblätter am Blattgrund
  • Das einzelne „Blütenköpfchen“ sieht zwar aus wie eine einzige große Einzelblüte, besteht aber aus vielen einzelnen Blütenblättern.
  • Entweder nur Zungenblüten oder nur Röhrenblüten oder beides gemischt
  • 5 Staubblätter

Bekannte Blumen finden sich im Garten mit Margeriten, Kornblumen, Sonnenblumen, Gänseblümchen, Herbstastern und Eberraute.

In unserem Garten wachsen auch zahlreiche Korbblütler unter den Wildkräutern wie Löwenzahn, Schafgarbe, Kamille, Habichtskräuter, Arnika, Wermut und Gänsedistel.

Huflattich, ein weiterer Angehöriger dieser Familie, ist bei uns mal zwischen den Pflasterfugen vor der Garage gewachsen. Er zeigt nach dem phänologischen Kalender das nahe Ende des Vorfrühlings an, ist damit für mich ein wichtiges phänologisches Merkmal für den Gemüseanbau.

8.     Kreuzblütler (Brassicaceae)

Wenn es um den Anbauplan für Gemüse geht, sind Kreuzblütler echt anspruchsvoll. Denn es gibt so viele Gemüse aus dieser Pflanzenfamilie. Nicht nur das. Sie brauchen theoretisch auch jahrelange Anbaupausen.

Sobald man im kleinen Gemüsegarten über dem Pflanzplan für Gemüse brütet, fängt das Leiden an. Denn man kommt ihnen nicht aus.

Welche Gemüse gehören zu dieser wichtigen Pflanzenfamilie?

  • Asia-Salat, Senfkohl
  • Radieschen, Rettich / Radi
  • Meerrettich (Krenn)
  • Wilder Rukola / Salatrauke
  • Gartenkresse
  • Steckrüben, Mairüben
  • Kohlgewächse wie Grünkohl, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Blaukraut (Rotkohl), Weißkraut (Weißkohl), Chinakohl, Pak Choi, Rosenkohl und Wirsing.

Kreuzblütler enthalten Senfölglykoside. Deshalb schmecken sie meistens scharf. Dieser Pflanzenstoff dient den Pflanzen als Schutz vor Fressfeinden.

Wesentliche Merkmale von Kreuzblütlern

  • Kräuter, Stauden, selten Halbsträucher
  • Blätter wechselständig
  • Vier Blütenblätter, die sich kreuzweise gegenüber stehen. Sie bilden von oben gesehen ein Kreuz.
  • Blüte mit grünen 4 Kelchblättern und 4 farbigen Kronblättern
  • Meist 6 Staubblätter, davon 4 lange und zwei kurze
  • Samen überwiegend in Schoten oder Schötchen

Zur Familie der Kreuzblütler gehören auch viele „Unkräuter“ wie Hirtentäschel, Behaartes Schaumkraut, Wiesenschaumkraut, Knoblauchsrauke oder Brunnenkresse.

Es heißt, dass man sie bei der Fruchtfolge berücksichtigen soll, wenn sie im Beet auftauchen. Zusammen mit den vielen Gemüsen aus dieser Familie ist das im kleinen Gemüsegarten fast unmöglich.

Im Zierblumengarten wachsen aus dieser Familie beispielsweise Steinkraut, Gänsekresse, Blaukissen, Goldlack, Schleifenblume und Nachtviole.

Zur Pfalnzenfamilie der Kreuzblütengewächse gehört auch Unkraut wie Knoblauchsrauke mit keruzförmig angeordneten Blüten.

9.     Doldenblütler (Apiaceae)

Doldenblütler sind oft aromatisch und manche tödlich giftig. Im Garten sind sie mit einigen Kräutern und Gemüsen vertreten:

  • Karotten
  • Petersilienwurzeln
  • Pastinaken
  • Knollenfenchel
  • Sellerie (Stangensellerie, Knollensellerie)
  • Kräuter wie Dill, Liebstöckel (Maggikraut), Kerbel, Petersilie, Anis, Koriander sowie Kümmel

Wesentliche Merkmale von Doldenblütlern

  • Kräuter oder Stauden
  • Wechselständige Blätter, meist gefiedert
  • Stängel meist hohl
  • Meist aromatischer Geruch
  • Doldenblüten, erscheinenn wie eine schirmartige Gesamtblüte
  • 5 Staubblätter
  • Spaltfrüchte

Es gibt Schmetterlinge, die man im Garten selten sieht. Baut man Doldenblütler an, erhöht man die Chancen auf solche wie den Schwalbenschwanz. Vielleicht macht er dann auf der Suche nach seiner Raupenfutterpflanze im Garten Station.

Hübsche Zierpflanzen sind Sterndolde, Süßdolde und der Mannstreu. Auch im Reich der Wildpflanzen gibt es genügend Doldenblütler: Schierling, Hundspetersilie, Riesenbärenklau – nicht zu verwechseln mit dem Wiesenbärenklau, Wilde Möhre, Wald-Engelwurz, Bärwurz und Giersch. Bei einigen von diesen Pflanzen ist Vorsicht geboten. Sie sind stark giftig! Wie war das mit dem Schierlings-Becher?

Die Pflaneznfamile beherbergt im Gemüsegarten auch Doldenblütengewächse wie die Karotte. Hier mit der RAupe eines Schwalbenschanz-Schmetterlings.

10.  Schmetterlingsblütler (Fabaceae)

Die Familie der Schmetterlingsblütler im Gemüsegarten ist kurz:

  • Pal- und Markerbsen
  • Zuckererbsen
  • Bohnen wie Dicke Bohnen, Stangenbohnen und Buschbohnen
  • Linsen

Schmetterlingsblütler sammeln in ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft. Deshalb werden sie oft als Gemüse mit guter Düngerwirkung angepriesen.

Dabei wird eine Sache übersehen, die ich im Artikel über die Bedeutung von Knöllchenbakterien im Garten schon mal beschrieben habe. Denn zaubern können Schmetterlingsblütler nicht.

Wesentliche Merkmale von Schmetterlingsblütlern

  • Holzpflanzen wie Bäume und Halbsträucher oder krautige Pflanzen wie Stauden und Kräuter
  • Wechselständige, meist geteilte Blätter
  • Blüten zygomorph, das heißt, dass die Blüte kann nur an einer bestimmten Stelle  geteilt werden, so dass man zwei spiegelbildlich gleiche Hälften erhält. Würde man sie an einer anderen Stelle teilen, hätte man nicht zwei gleiche Hälften.
  • Die obere und untere Hälfte der Blüte weicht deutlich voneinander ab.
  • 5 Kelchblätter, meist miteinander verwachsen
  • 5 Kronblätter, mit einem nach oben zeigenden, größeren Kronblatt
  • 9 oder 10 Staubblätter
  • Früchte oft in Hülsen

Im Zierbeet sind ebenfalls beliebte Schmetterlingsblütler zu finden: Indigostrauch, Ginster, Blasenstrauch, Gleditschie, Goldregen, Lupine, Steinklee, Esparsette, Platterbse,  Bockshornklee und Rot-Klee.

Dann gibt es noch richtig große Schmetterlingsblütler. Dazu gehöen Holzpflanzen wie Robinien (Scheinakazien). Auch so ein ausbreitungsfreudiger Neophyt,.

Ein Gutes hat er. Er dient im phänologischen Kalender als Ersatz-Zeigerpflanze für den Beginn des Frühsommers.

11.  Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Das ist nicht nur eine hungrige Pflanzenfamilie, sondern ihre Früchte zählen seltsamerweise auch noch zu den Beeren. Diese Gemüse gehören dazu:

  • Kürbis
  • Gurke
  • Melone
  • Zucchini

Der bisherige Rekordhalter unter den Kürbissen war über 1.200 Kilogramm schwer! Ein Italiener. Ich frage mich: Wie bringt man den durch die Küchentür?

Wesentliche Merkmale von Kürbisgewächsen

  • Kriechende oder kletternde Stauden oder Kräuter
  • Blüten radiär, das bedeutet, man kann sie in viele Richtungen halbieren und man erhält immer zwei gleiche Hälften
  • Große trichterförmig glockige Blüten
  • Beerenfrüchte

Neben Gemüsen gibt es bei uns nur wenig Pflanzen aus dieser Familie. Dazu gehört die optisch schöne, aber giftige Zaunrübe.

12.  Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae)

Gänsefußgewächse sind Pflanzen mit unscheinbaren Blüten. Im Gemüsegarten zählen dazu:

  • Melde
  • Rote Bete
  • Mangold
  • Spinat
  • Erdbeerspinat

Bei einer deutschen Meisterschaft für Riesengemüse wog eine Rote Bete fast 10 Kilogramm!

Wesentliche Merkmale von Gänsefußgewächsen

  • Kräuter, Stauden, Halbsträucher oder Sträucher
  • Kleine Blüten

In unserem Naturgarten wächst außerdem Weißer Gänsefuß.

13.  Narzissengewächse (Amaryllidaceae)

In dieser Pflanzenfamilie geht es um Zwiebeln. In ihr findet man folgende Kräuter und Gemüse:

  • Lauch
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Schnittlauch
  • Frühjahrszwiebeln
  • Winterheckzwiebeln

Bärlauch, eine essbare Wildpflanze, die wir im Garten anbauen, zählt ebenfalls zu den Narzissengewächsen.

Wesentliche Merkmale von Narzissengewächsen

  • Stauden
  • Unterirdisch Knollen oder Zwiebeln
  • 6 Blütenblätter
  • 6 Staubblätter
  • Blätter mit parallelen Nerven
  • Einzelblüten jedes Blütenbüschels bestehen aus 6 Blütenblättern.

Die Giftpflanzen Herbstzeitlose und Maiglöckchen gehören genauso dazu wie die Zierpflanzen Kugelköpfiger Lauch, Narzissen, Knotenblumen und Schneeglöckchen.

Schneeglöckchen sind im phänologischen Vorfrühling eine wichtige Zeigerpflanze. Mit ihrem Erscheinen eröffnen sie die Gemüseanbausaison.

14.  Lippenblütler (Lamiaceae)

Lippenblütler sind die parfümierten Stars unter den Pflanzenfamilien. Man findet sie vor allem unter den Gewürzkräutern. Häufig angebaute Lippenblütler sind:

  • Bergbohnenkraut
  • griechischer Oregano
  • Thymian
  • Pfefferminze
  • Salbei
  • Zitronenmelisse
  • Basilikum
  • Rosmarin

Viele Lippenblütler enthalten ätherische Öle. Darum duften sie sehr intensiv.

Wesentliche Merkmale von Lippenblütlern

  • Meist krautige Pflanzen oder Halbsträucher
  • Stängel 4-kantig
  • Blüten quirlförmig angeordnet
  • Blütenkelch glockig-röhrig, Blüten sehen aus wie eine Blüte mit Ober- und Unterlippe
  • 5 Kronblätter
  • 4 Staubblätter, 2 längere und 2 kürzere

Weitere Lippenblütler im Naturgarten sind Monarden (Goldnesseln), andere Taubnesselarten, Günsel, Bergminze, Drachenkopf, Gundermann, Lavendel, Herzgespann, Katzenminze, Brandkraut, Braunelle, Ziest und Gamander.

15.  Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Nachtschattengewächse sind im Gemüsegarten beliebt und produktiv. Dazu zählen

  • Tomaten
  • Paprika
  • Chilli
  • Auberginen
  • Kartoffeln
  • Physalis.

Eine Besonderheit der Gemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse ist ihre teilweise Giftigkeit.

Wesentliche Merkmale von Nachtschattengewächsen

  • Meist krautige Pflanzen
  • Blätter wechselständig
  • Sternförmige Blüten mit je 5 Kelch-, Kron- und Staubblätter

Berühmt-berüchtigte Verwandte der Nachtschatten sind Tollkirsche, Stechapfel, Tabak, Bilsenkraut, Petunien und Lampionblumen. Ihre Giftigkeit reicht von einfach nur giftig bis hin zu tödlich giftig.

Meine Erkenntnisse mit Pflanzenfamilien im Gemüsegarten

Wenn´s geht, berücksichtige ich die Pflanzenfamilien beim Anbau von Gemüse. Wenn nicht, dann nicht. Ich bin da pragmatisch und weniger nach Lehrbuch unterwegs. Denn auf der kleinen Anbaufläche sind perfekte Fruchtfolgen & Anbaupausen eh´ kaum umzusetzen.

Ich habe auch nicht alle Merkmale der Pflanzenfamilien im Kopf. Es reicht mir zu wissen, welches Gemüse zu welcher Pflanzenfamilie gehört. Ein Wissen, das sich mit der Zeit sowieso im Kopf einnistet. Und wenn sich beim Säen und Pflanzen völlig entspannt die richtige Fruchtfolge zufällig doch noch ergibt, nehme ich sie halt mit.

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja

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Endlich eine dicke Ernte im kleinen Gemüsegarten!

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