Zuckerhutsalat im Hochbeet anbauen

Zuckerhutsalat anbauen

Zuckerhutsalat gehört wie Chicorée, Radicchio und Endiviensalat zu den Zichorien-Salaten und hat eine feine Bitternote. Ich mag diesen Bittergeschmack, der fast allen Kulturgemüsen zwischenzeitlich heraus kultiviert wurde.

Wer keine essbaren Wildpflanzen und trotzdem Bitterstoffe essen will, kann ersatzweise den Zuckerhut als Herbst- und Wintersalat anbauen.Zu dieser Zeit hat er Saison.

Ihr wollt wissen, wie man Zuckerhutsalat anbaut? Dann lest hier weiter, wie sich die Unterart der Gewöhnlichen Wegwarte anbauen und pflegen lässt.

Zuckerhutsalat anbauen

Was ist eigentlich Zuckerhutsalat und wie sieht er aus? Zuckerhut ist ein spitzer, kegelförmiger hellgrüner Salat, der sehr kompakt wächst. Er ist leicht anzubauen, braucht jedoch eine Weile, bis er einen festen Kopf bildet.

Der Standort

Zuckerhut gedeiht am besten an einem hellen halbschattigen oder sonnigen Standort. Pflanzt ihr ihn an einem vollsonnigen Platz, solltet ihr eifrig gießen, damit er nicht unter Wassermangel leidet. Denn er mag Wasser.

Der Boden

Zuckerhut wächst in humosem, nährstoffreichen und lockeren Boden. Ich habe ihn allerdings im Frühjahr auch schon zum Blühen zu Taglilien und Ziest Humeló gepflanzt.

Dort ist der Boden nicht ganz so locker, neigt in tieferen, lehmigen Schichten auch zu Staunässe. Der Salat hat´s trotzdem gepackt und geblüht.

Vielleicht ist das mit dem lockeren Boden ein Irrglaube? Schließlich wächst auch die Wegwarte (Cichorium intybus), von der der Zuckerhut abstammt, an befestigten Wegrändern.

Eines Tages gehe ich dem auf den Grund, werde Zuckerhut auf verdichtetem Boden anbauen. Wenn da bloß die Schnecken nicht wären. Mal schauen, wie ich das Experiment hinbekomme.

Zuckerhutsalat aus Samen säen

Zuckerhutsalat aus Samen anbauen

Die Zeit für die Aussaat der Samen steht auf der Samenpackung. Bei mir heißt es dort: Juni bis Juli. Ich fange mit den ersten Aussaaten schon etwas früher an, im Mai, sodass der Salat bis zum Herbst eine schöne Größe erreicht.

Wie tief sollen die Samen ausgesät werden? Bei mir ist Zuckerhut ein Lichtkeimer, auch wenn auf der Packung steht, dass man ihn 2 bis 3 cm tief mit Erde bedecken soll. Wenn er kein Lichtkeimer wäre, würde er doch nicht schon im Wasserglas keimen, oder?

Wenn ihr genug Platz habt, spricht nichts dagegen, die Samen direkt ins Beet zu säen. Ich mache es anders. Ich keime und ziehe fast alle Gemüsesamen vor.

Auch den Zuckerhut. Obwohl überall zu lesen ist, dass er direkt ins Beet gesät werden soll, weil er wegen seiner Pfahlwurzel nicht umgepflanzt werden will. Was kümmert mich, was in den Büchern oder im Internet steht? Ich ziehe Zuckerhut im Anzuchttopf vor!

Zuckerhut setzen

Habt ihr Zuckerhut-Setzlinge gekauft, könnt ihr diese sofort ins Beet pflanzen. Da fällt mir gerade auf: Gekaufte Setzlinge wären ein Widerspruch zur Theorie, dass man ihn direkt ins Beet säen soll, weil er angeblich das Verpflanzen nicht gut vertragen soll.

Wenn der Salat mindestens zwei oder mehr echte Blätter hat und Platz im Beet ist, darf er ins Hochbeet umziehen. Gönnt dem Zuckerhut beim Einpflanzen noch eine Haube voll Kompost.

Wenn ihr wenig Platz im Gemüsebeet habt, könnt ihr ihn vorübergehend noch in einem größeren Pflanztopf „zwischenlagern“, bis ein passendes Plätzchen im (Hoch)Beet frei wird.

Pflanzt Zuckerhutsalat ungefähr so tief oder etwas tiefer, wie er im Töpfchen war. Wichtig ist, dass der Blattansatz freiliegt, damit nichts fault.

Zuckerhutpflanze pflegen

Zuckerhut gelingt am besten, wenn er ausreichend Platz hat und nicht von Mischkulturgemüse oder Wildkräutern überwachsen wird. Regelmäßiges Gießen sorgt für einen Wachstumsschub.

Ich gebe ihm zudem bis spätestens August noch ein- oder zweimal eine Portion Brennnesseljauche.

Mischkultur mit Zuckerhutsalat

Zuckerhut gehört zu den Korbblütlern. Also passen Gemüse neben ihn, die nicht zu den Korbblütlern zählen. Das ist die Theorie. Danach würden beispielsweise Karotten, Radieschen und Gurken als Mischkulturpartner mit ihm harmonieren.

Im Hinblick auf die Pflanzenfamilien in der Mischkultur mache ich es jetzt in unserem kleinen Gemüsegarten ganz anders. Lest dazu diesen Beitrag: Eine Sache, die ich mir ab heute im Gemüsegarten nicht mehr antue.

Nach dieser „neuen“ Methode schaue ich einfach, wo ein Platz frei ist. Wie wäre es mit dem Platz nach der Erbsenernte oder nach den Kartoffeln? Ich pflanze Zuckerhut bei diesem Experiment trotzdem nicht neben Gemüse, die zu groß werden, die Licht oder Wasser oder Nährstoffe wegnehmen wie zum Beispiel Gurken oder Stangenbohnen.

Zuckerhut ernten

Die Ernte von Zuckerhut beginnt, sobald er eine passable Größe hat. Die Haupterntezeit ist etwa ab September und dauert bei den entsprechenden Lagermöglichkeiten bis in den Winter hinein.

Wenn ihr nur wenig Platz habt, dann nutzt diesen Trick, um die Ernte zu verlängern: Erntet nur die äußeren Blätter, sodass er innen immer weiterwachsen kann. Wenn ihr mehr wissen wollt, wie ihr bei einer kleinen Anbaufläche möglichst viel Gemüse herausholen könnt, dann lest diesen Beitrag: 9 Tricks für den Gemüseanbau im kleinen Garten.

Zuckerhut lagern

Mit dem klassischen Lagern von Zuckerhut habe ich keine Erfahrung, weil wir keine klassischen Wintergemüse-Lagermöglichkeiten haben. Ich lasse ihn so lange als möglich im Beet, decke ihn dort ab, sobald es auf den Gefrierpunkt zugeht.

Zuckerhut ist bedingt winterhart. Er hält ein klein wenig Minustemperaturen aus und im Frühjahr treibt er für eine weitere Ernte nochmal aus, bevor er zu blühen anfängt.

Probleme: Die tierische Herausforderung

Wem schmeckt Zuckerhut noch außer mir? Den Schnecken. Wenn sich Schnecken mit dem Kompost ins Hochbeet geschlichen haben hilft nur ab sammeln.

Wenn die Schnecken allerdings etwas Feineres im Gemüsebeet finden, dann verstecken sie sich nur zwischen den Blättern des Zuckerhutes. Dann braucht man nur mehr zwischen den Blättern gucken und die Schnecken einsammeln.

Die Verwendung: Was kann man mit Zuckerhut machen?

Zuckerhut verwenden wir ausschließlich als Salat. Bei bitteren Salaten wird empfohlen, den Salat im warmen Wasser zu wässern, um ihn zu entbittern.

Wer keinen bitteren Salat will, isst am besten normalen Salat. Denn mit dem Wässern lösen sich auch wasserlösliche Inhaltsstoffe. Wäre schade drum.

Inhaltsstoffe / Nährstoffe

Zuckerhut enthält reichlich wertvolle Inhaltsstoffe: Kalzium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Zink, die Vitamine B1, B2, B6 und C sowie das Provitamin A. Außerdem enthält er Beta-Karotin und Folat.

… Und mehr über den Anbau von Zuckerhutsalat hinaus

Botanik

Zuckerhutsalat pflegen und Verwendung

Zuckerhut gehört zu den Korbblütengewächsen (Asteraceae). Sein botanischer Name lautet „Cichorium intybus ssp. …“, (ssp. … steht für „Unterart“). Die Gewöhnliche Wegwarte heißt ebenfalls „Cichorium intybus“. An den Blüten vom Zuckerhut sieht man die Verwandtschaft mit der Wegwarte eindeutig.

Vielleicht baut ihr Chicorée oder Radicchio an? Die sind ebenfalls miteinander verwandt, denn auch diese Salate sind Zuchtformen der Wegwarte!

Die Wegwarte (Cichorium intybus), die auch „Wilde Zichorie“ heißt, blüht nur bei schönem Wetter und auch nur vormittags.

Lebensraum / Ökologie

Die Wegwarte wächst an Wegrändern in festen und verdichteten Böden. Es wäre einen Versuch wert, auch Zuckerhut dort anzubauen. Ich kann mir vorstellen, dass er dann nicht so viel Blattmasse entwickelt.

Sonst noch etwas? Unnützes Wissen

Das Wort „Zuckerhut“

Googelt man „Zuckerhut“ kommt man in Brasilien raus!

Der Zuckerhut als Salat hat wie Spitzkohl oder wie ein süßer Zuckerhut eine kegelförmige Form. Weil er so aussieht, hat er diesen stimmigen Namen bekommen.

Volkskundliches

Cichorium intybus, also die original Wegwarte, soll die in eine Blume verwandelte Geliebte eines Sonnengottes sein. Sie hat wohl vergeblich auf den Sonnengott gewartet. Warum er nicht mehr gekommen ist, weiß keine/r so genau.

Andere Quellen sagen der Wegwarte Zauberkräfte nach. Mit deren Hilfe könne man jemanden dazu bringen, in Liebe für einen zu entflammen.

Meine Erkenntnisse mit dem Anbau von Zuckerhut im Hochbeet

Zuckerhut ist ein herrlicher, bitterer Herbst- und Wintersalat, der sich leicht im Hochbeet anbauen lässt. Ich mag ihn gerne! Er ist eine gute Alternative zu den sonst geschmacksneutralen Salaten im Herbst und Winter. Und er keimt selbst bei warmen Temperaturen, was bei normalem Kopfsalat im Sommer schon problematischer ist.

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja

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1 Kommentar

  1. Ich habe zwar noch keinen Zuckerhutsalat angebaut, sondern nur die Gartensalatsorten Baquieu und Pirat, aber bezüglich der Schnecken hab ich in meinem Mischkulturbeet ähnliche Erfahrungen gemacht wie du:

    Die kleinen Biester sind Feinschmecker! Meine Salate – und fast alles andere – bleibt so gut wie unangetastet, weil sich die Schnecken auf das Kartoffelgrün stürzen. Das ist aus zwei Gründen gut: Erstens, ich brauche nicht allabendlich das gesamteBeet (ca. 40m²) abzusuchen, sondern nur die Kartoffelzeilen. Eigentlich nur eine, weil die Schnecken die einige Sorten merkwürdigerweise in Ruhe lassen. Zweitens, weil sie sich mit den Kartoffeln eine Pflanze ausgesucht haben, die schneller wächst als sie fressen können. Sprich: Ich kann auch mal einen Abend auf die Schneckenjagd verzichten, ohne dass ich größere Fraßschäden befürchten muss.

    Zwischen den Salatblättern verstecken sie sich trotzdem gern, vor allem die kleineren Exemplare. Aber sie fressen kaum daran herum – nebenan stehen ja die leckeren Kartoffeln! (c:

    Was übrigens recht gut zu helfen scheint: Ablenkungsfütterung. Meine Spinat-Reihensaaten sind inzwischen abgeschnitten und liegen als Mulch zwischen den Kulturreihen (–> Gertrud Franck’s Mischkultursystem), wo sie vor sich hin welken, den Boden vor’m Austrocknen schützen …und den Schnecken schmecken. Die fressen lieber welkes Zeugs als frischen (Kartoffelgrün ausgenommen) und lassen so mein restliches Gemüse in Ruhe. Aus demselben Grund wird jedes rausgezupfte Unkraut direkt vor Ort liegen gelassen: So baut sich nach und nach eine Mulchschicht auf, die vor Austrocknung schützt und mittelfristig den Boden wieder düngt.

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