Tomaten vorziehen: zwei drängende Fragen vor dem Umzug nach draußen

Tomaten vorziehen im April

Es ist April und das Vorziehen der Tomaten ist schon in vollem Gange. Die Voranzucht ist nötig, damit möglichst früh Tomaten geerntet werden können, denn sie brauchen recht lange, bis sie wohlschmeckende Früchte liefern.

Da wir kein Gewächshaus besitzen, ziehen wir unsere Tomatenpflanzen komplett in der Wohnung vor. Sie belegen von Januar bis Mai unser Küchenfenster sowie das Wohn- und Esszimmer.

Wenn es vor den Eisheiligen etwas wärmer ist, dürfen sie sich vorübergehend auch in der etwas kühleren Keramikwerkstatt (unbezahlte Werbung in eigener Sache) umschauen.

Bevor überhaupt ein Umzug irgendwohin stattfindet, tauchen oft diese zwei Fragen auf:

  • 1. Müssen die Tomatenpflanzen vor dem Umzug ins Freie noch einmal umgetopft werden?
  • 2. Wie werden Tomaten abgehärtet, bevor sie endgültig rauskommen?

Hier sind die Antworten!

# 1) Tomaten vorziehen: Soll ich die Tomatenpflanzen noch einmal umtopfen, solange sie noch im Haus sind?

Tomaten vorziehen

Die Tomaten wachsen und wachsen … Können die vorgezogenen Tomatenpflanzen trotzdem im Anzuchttopf und im Pikiertopf bleiben?

Manche Leute vertreten die Meinung, dass die Pflanzen klein bleiben sollen, bis es Zeit ist, sie an ihren endgültigen Platz zu versetzen. Deshalb sollen sie im gleichen Topf bleiben.

Dieses Argument verstehe ich nicht, deshalb ziehe ich die Tomaten so vor, wie ich es für richtig halte. Das heißt, ich sorge für gute Wachstums-Bedingungen.

Sobald den Tomaten der Topf vom Vorziehen zu klein wird, pflanze ich sie in einen etwas größeren Topf um. Das ist während der Zeit, in der sie in der Wohnung sind, mehrmals der Fall.

Ein kleiner Topf ist wie ein zu enger Schuh. Ich mag auch nicht in zu kleinen Wanderschuhen rumlaufen. Warum soll ich die Pflänzchen mit einem zu kleinen „Schuh“ martern, wenn ich ihnen helfen kann, zu großen Pflanzen heranzuwachsen?

Das ist ja das Ziel des Vorziehens: bis zum Umzug ins Freiland möglichst weit entwickelte Pflanzen zu bekommen, um möglichst früh schmackhafte Tomaten zu ernten. Das „Kleinhalten“ würde dem widersprechen.

Also ran ans Umtopfen, auch wenn es manchmal lästig ist!

# 2) Tomaten vorziehen: Wie oft räume ich die Tomaten ins Freie bevor sie endgültig nach draußen umziehen?

Tomaten müssen für das Leben im Freien abgehärtet werden, sonst bekommen sie Sonnenbrand oder machen schlapp. Da geht es den Tomaten nicht anders als den Menschen, deren Haut sich nach dem Winter erst an die Sonne gewöhnen muss.

Wie können Tomaten an das raue Leben draußen gewöhnt werden? Sobald das Thermometer auf mindestens 15 Grad steigt, kommen die Tomaten zunächst einige Tage für etwa 10 bis 15 Minuten an einen schattigen Platz im Freien.

Bleibt die Temperatur niedriger als 15 Grad, kommen die Tomaten tagsüber überhaupt nicht ins Freie. Wenn es zwar tagsüber warm genug ist, der Wetterbericht aber für die folgenden Tage Kälte ankündigt, bleiben sie ebenfalls in der Wohnung. (Aber nur, weil ich mir nicht die Mühe mache, sie rauszutragen).

Wenn die Tomatenpflanzen den Aufenthalt im Freien gut vertragen, verlängere ich den Zeitraum, in dem sie draußen bleiben, schiebe sie schon mal ein paar Minuten in die Sonne (aber nicht in die pralle Mittagssonne).

Dieser Wochenrhythmus hat sich gut bewährt:

  • Eine Woche lang ca. 10 bis 15 Minuten täglich ins Freie stellen,
  • die nächste Woche etwas länger, zum Beispiel eine halbe Stunde.
  • Wenn die Tomatenpflanzen nach ein paar Tagen den Aufenthalt in der freien Natur gut vertragen, bleiben sie entsprechend länger draußen.
  • Dabei die Tomatenpflanzen immer gut beobachten und bei Bedarf reagieren, das bedeutet sie flugs wieder reinholen, wenn sie schlapp machen!

Nachts kommen die Tomaten immer ins Haus! Mir ist das Risiko zu groß, dass sie erfrieren. Das hängt jedoch mit der Region zusammen, in der ich wohne.

Ich kann mir vorstellen, dass das Risiko von Nachtfrösten im Rheinland kleiner ist als bei uns. Dort beginnt der phänologische Frühling schon drei bis vier Wochen früher.

Einige Tage bevor die Tomatenpflanzen endgültig nach draußen umziehen, stelle ich sie auch nachts raus. Natürlich nur, wenn es warm genug ist und die Eisheiligen keinen Kälteeinbruch bringen.

Meine Erkenntnisse mit Aspekten der Voranzucht von Tomaten im April

Es hat sich bewährt, die Tomaten beim Vorziehen so oft wie nötig in einen größeren Topf umzupflanzen und sie langsam an die Sonne zu gewöhnen. Dadurch verfrüht sich die Tomatenernte enorm!

Wenn ihr noch mehr über das Vorziehen von Tomaten wissen wollt und wie es mit den Tomaten weitergeht, dann lest diesen Blog-Artikel: Tomaten anbauen – im Topf.

Wenn ihr wissen wollt, warum Tomaten für den kleinen Garten ideal sind, dann schaut euch die „9 Tricks für den Gemüseanbau im kleinen Garten“ an.

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja Berndl


( (c) Foto Evi Pelzer)

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