Kartoffeln pflanzen ist einfach. Eine Anleitung mit 8 Punkten.

Die Kartoffeln sind leicht zu pflanzen und brauchen wenig Pflege. Außerdem blühen sie wunderschön!
Kartoffeln pflanzen, die wunderschöne Blüte bewundern.

Kartoffeln anzubauen soll angeblich super-leicht sein. Ich habe gehört, dass man sie nur auf die Erde legen und mit Stroh zudecken muss. Dann bräuchte man bis zur Ernte nichts mehr zu tun. Ich wollte wissen, ob Kartoffeln wirklich so einfach zu pflanzen sind. Also nichts wir ran an den Speck!

Anleitung für den einfachen Anbau und die Pflege von Kartoffeln

1. Der Standort: wo man Kartoffeln pflanzt

Kartoffeln mögen einen sonnigen Pflanzplatz. Unser erstes Kartoffelbeet lag sehr sonnig zwischen einem Sauerkirschbaum und Sträuchern mit schwarzen Johannisbeeren auf der einen Seite und Rhabarber auf der anderen Seite.

2. Der Boden fürs pflanzen von Kartoffeln

Es heißt, dass Kartoffeln in tiefgründigem und lockerem Boden wachsen wollen, aber irgendwie passt das für mich nicht mit der Aussage zusammen, dass sie auch im Stroh wachsen würden.

Bei mir sind die Kartoffeln unter der Erde gelandet. So richtig tiefgründig war das Kartoffelbeet allerdings nicht. Es war eine „Versuchsfläche“ auf einem stark verdichteten Boden. Darauf hatte ich im Jahr zuvor einen Haufen Rasenschnitt aufgeschichtet, der zum Teil verrottet war.

Der Grashaufen kam weg, den garen Kompost habe ich liegen gelassen und den Boden mit der Grabegabel gelockert. Steine, die dabei auftauchten nahm ich raus und steinharte Erdbrocken zerbröselte ich. Das musste genügen.

3. Wann werden Kartoffeln gepflanzt?

In den Anleitungen in Büchern und Zeitschriften ist zu lesen, dass Kartoffeln ins Freiland gepflanzt werden, sobald der Boden 7 Grad warm ist. Ich benutze kein Thermometer. Ich mach´ es mir einfach, schätze das einfach pi mal Zeigefinger ab.

Wann lege ich los? Bei uns in der Region ist die Zeit, um Kartoffeln zu pflanzen ungefähr Mitte oder Ende April. Allerdings warte ich, bis das Wetter eine Tendenz in Richtung „schön“ zeigt und ich das Gefühl habe, dass es schon lange warm genug ist, so dass der Boden einigermaßen warm sein könnte und auch nicht mehr zu nass ist.

4. Wie werden Kartoffeln gepflanzt?

Als Setzkartoffeln habe ich ursprünglich Bio-Speisekartoffeln verwendet, (und wichtig! die uns geschmeckt haben), die in der Speisekammer bereits gekeimt waren. Diese gekeimten Kartoffeln wälze ich in Holzasche.

Einen Teil der Kartoffeln habe ich beim ersten Anbauversuch geäugelt. Das bedeutet, die Kartoffeln werden zerschnitten, so dass jeder Abschnitt noch einen Austrieb (ein „Auge“) hat. (Das mache ich zwischenzeitlich nicht mehr, weil ich keinen Unterschied zu den Kartoffeln, die ich als ganze Knolle gepflanzt habe, festgestellt habe).

Bei der Methode des Äugelns hatte ich Bedenken. Es könnte ja sein, dass die kleinen Kartoffelteile wegen der Schnittflächen faulen. Oder dass die Kartoffelschnitze wegen der Verletzung Duftstoffe aussenden, die Wühlmäuse anlocken könnten.

Wolf-Dieter Storl schreibt, dass die Asche die Schnittwunden schützen würde. Mal schauen, ob er recht hat und das Experiment mit dem Äugeln gewagt! (Es hat funktioniert!).

Der Abstand zwischen den Kartoffelreihen beträgt etwa einen guten halben Meter plus x. Der Abstand zwischen den Setzkartoffeln etwas weniger, vielleicht vierzig Zentimeter. So genau geht es bei mir nicht.

Die Rillen bestäube ich ebenfalls mit einem Hauch Holzasche. Dann lege ich die Kartoffeln mit den Keimen nach oben rein und decke sie mit Erde zu, so dass sie ungefähr zehn Zentimeter unter der Erde liegen.

5. Die Pflege beim Kartoffelanbau

Düngen. Im neuen Beet war vom verrotteten Grasschnitt Kompost als Dünger vorhanden, so dass ich da nicht nachlegen musste. Zwischenzeitlich verbessere ich das Kartoffelfeld mit reifem Kompost.

Die Asche in den Saatrillen und in der ich die Kartoffeln wälze, sorgt für Kali.

Zwischen den Reihen lege ich Gartenabfälle ab. Die Idee ist, dass das Grünzeug im Laufe der Zeit verrottet und vielleicht als Dünger wirkt. Die Kartoffelpflanzen dünge ich während des Wachstums ein paar Mal wenigstens einmal mit verdünnter Brennnesseljauche.

Gelegentlich nehme ich vom Waldspaziergang zur Kaliversorgung einige Wedel Adlerfarn mit und lege sie zwischen die Kartoffelreihen. Oder ich verwende wuchernde Farnwedel vom Garten. Wobei ich noch recherchieren will, ob die auch Kali enthalten.

Pflege. In extrem trockenen Wetterphasen wird (gelegentlich) gegossen.

Anhäufeln. Sonst betreibe ich nichts weiter an Pflege. Ich habe die Kartoffeln nicht angehäufelt, obwohl das oft empfohlen wird. Da ist mir einfach die Zeit davongelaufen. Ich habe festgestellt: Das Anhäufeln muss nicht sein.

Wenn allerdings im Laufe des Wachstums einzelne Kartoffeln aus der Erde gucken, decke ich sie mit Erde zu, damit die Knollen nicht grün werden und damit giftiges Solanin entwickeln.

6. Mischkultur mit Kartoffeln

In den Mini-Kartoffelacker habe ich nur Kartoffeln gepflanzt. Später kam noch Blattmangold dazu, der aus dem Gemüsebeet raus musste. Das Kartoffelfeld war sozusagen in Monokultur angebaut, wenn man von der Vogelmiere absieht. Der Mangold ist nicht groß geworden, weil ihn die Kartoffeln überwuchert haben. Als diese abgeerntet waren, legte der Mangold zu, …bis die Wühlmäuse seine Wurzel weggefressen haben.

Mögliche gute Beetpartner sollen angeblich sein:

  • Borretsch, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Meerrettich… Damit werde ich noch experimentieren.
  • Kümmel:  Der soll sich auf den Geschmack der Knollen auswirken.

Ob das wirklich so stimmt? Mal schauen.

7. Wann erntet man Kartoffeln?

Die Kartoffeln werden geerntet, sobald das Kartoffelkraut vertrocknet ist. Wenn die Kartoffeln einem beim Rausbuddeln einzeln entgegen kullern, sind die Knollen reif. Für die Ernte stochere ich mit einer kleinen (Hand)-Grabegabel vorsichtig im Boden rum. Und dann wühle ich noch mit den Händen in der Erde nach weiteren Kartoffeln.

Die Kartoffelernte ist spannend, denn ich weiß nicht, wie die Kartoffeln ausschauen werden, ob sie essbar oder grintig sind. Von sehr großen Kartoffeln bis winzigen ist alles dabei. Insgesamt ist die Ausbeute üppig, was mich besonders freut, weil ich mich um die Kartoffeln kaum kümmere.

8. Wie werden Kartoffeln gelagert?

Nachdem die Kartoffeln noch einige Tage in einer Kiste trocknen dürfen, wandern sie anschließend in den kühlen Keller zum Lagern. Die Kisten mit den Kartoffelknollen decke ich rundum noch mit Pappkartons zu, so dass es in den Kisten wirklich dunkel ist.

9. Die tierische Herausforderung: 3 Mitesser

Folgende Mitbewohner unseres Gartens lieben auch Kartoffeln:

Wühlmäuse: Unvermeidlich. Aber sie haben bei uns überraschenderweise nur einige wenige Kartoffeln angenagt. Oder haben sie mehr weggefressen und ich weiß das nicht, weil diese Kartoffeln nicht mehr da sind? Grübel.

Kartoffelkäfer. Die Käfer mit dem auffälligen Streifenkleid sind sie leicht zu sehen. Es sind nicht viele. Ich klaube sie ab.

Schnecken. Die Schnecken fressen am Kartoffelkraut, besonders wenn es umgeknickt ist und dadurch schwächelt. Wenn ich im Vorbeigehen Schnecken sehe, nehme ich sie (meistens) weg. Aber irgendwann haben die Kartoffelpflanzen wohl ein Stadium erreicht, bei dem es den Schnecken nicht mehr so schmeckt, so dass der Fraß nicht ins Ernte-Gewicht fällt.

Der Verwendungszweck – Was kann man mit Kartoffeln machen?

Kochen: Kartoffelgulasch, Kartoffelchips, Tortilla, Kartoffel-Zucchini-Pflanzerl, Kartoffel-Gemüse-Gratin mit Sauerkraut oder Lauch oder Blumenkohl oder …

Inhaltsstoffe / Nährstoffe

Kartoffeln enthalten folgende Vitamine und Mineralstoffe: Vitamin C, Vitamin B1,  B2 (Niacin), Pantothensäure (Vitamin B5), Vitamin B6.  Die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium. Außerdem enthalten sie Kohlenhydrate, Stärke, Ballaststoffe, Flavonoide, Anthocyane. Kartoffeln wirken sehr basisch.

Anleitung: Die vorgekeimten Kartoffeln wachsen schnell und gut an. Man kann sie auch später noch in die Erde stecken.
Die Kartoffeln wachsen ohne viel Pflege vor sich hin.

… Und mehr

Wort-Herkunft:

Das Wort Kartoffel kommt vom italienischen tartufolo. Das bedeutet Trüffel. Und Trüffel stammt vom lateinischen terrae tuber (Erdknolle) ab.

Lebensraum Kartoffel / Ökologie

Die Kartoffeln bieten Lebensraum für Kartoffelkäfer an. Außerdem werden sie von Wühlmäusen und Schnecken als Nahrungsquelle geschätzt. Die Blüten besuchen verschiedene Insekten.

Sonst noch etwas? Unnützes Wissen

Weltweit werden jährlich fast 400 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Sie dienen als Lebensmittel, als Futtermittel für Tiere und für die Industrie.

Für was Kartoffeln alles herhalten müssen: Kartoffeln werden zu  Alkohol, Papier, Folien, Kunstschnee, Pappe, Puder, Seife, Shampoo, Tesafilm, Waschpulver und anderen Produkte verarbeitet.

Volkskundliches

Früher hieß es, die Kartoffel sei ein “dämonisches, lüsternes Gewächs und Frucht des Bösen”. Und  die erste Kartoffel sei dort gewachsen, wo der Teufel auf den Boden gespuckt habe.

Bei den Inkas gab es eine Kartoffelgöttin: Sie heißt „Axomama“.

Botanik

Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen. Das Kraut, die rohen Kartoffeln und grüne Stellen an den Knollen sind giftig.

Kartoffeln sind Ausläuferknollen und keine Wurzeln.

Nach der Blüte haben sich an den Kartoffelpflanzen kleine Saatkartoffeln gebildet. Diese schauen wie kleine, grüne Tomaten aus. In diesen Minikügelchen sind die Samen enthalten. Eigentlich wollte ich sie ernten und weiter kultivieren, eine eigene Sorte anbauen. Aber bis zur nächsten Kartoffelernte müsste ich dann zwei Jahre warten. Das dauert mir bis zu lange. Deshalb habe ich es sein lassen.

Meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit dem Anbau von Kartoffeln

  • Kartoffeln zu pflanzen ist wirklich so einfach wie immer gesagt wird.
  • Vielleicht würden die Kartoffeln größer werden, wenn sie in Hitze- und Trockenperioden öfter gewässert würden.
  • Einen verdichteten Boden lockern Kartoffeln definitiv nicht!
  • Die Wühlmäuse haben viele Kartoffeln übriggelassen. Aber trotzdem will nicht aus meinem Kopf, dass sie mehr fressen könnten.
  • Das erste Kartoffelbeet war zu  nah am Sauerkirschbaum. Beim Herrichten des Beetes bin ich auf die Baumwurzel gestoßen und habe sie verletzt. Hier ist wichtig, auf den Abstand zu Bäumen zu achten.

So. Das ist meine Anleitung fürs Kartoffeln pflanzen. Wie bauen Sie Ihre Kartoffeln an? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ich freue mich auf Kommentare.

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