10 Gemüsepartner für die Mischkultur im Hochbeet

Mischkulturgemüse hat sich bei uns in den Hochbeeten von alleine eingeschlichen, lange bevor ich wusste, dass man das „Mischkultur“ nennt. Lest hier, mit welchem Gemüse wir gute Erfahrungen gemacht haben.

Ich baue nicht von jedem Gemüse lange Reihen an, denn soviel brauchen wir nicht von einer Gemüsesorte. Deshalb haben wir schon immer ein buntes Gemüsedurcheinander im Hochbeet.

Im Laufe der Gartenjahre zog natürlich das eine oder andere Gartenbuch bei uns ein und da stand dann drin: „Das und das sind in der Mischkultur gute Nachbarn und dieses Gemüse passt nicht zusammen“. 

Wenn ich die Theorie so umsetzen will, wie die Literatur meint, dass es richtig ist, brauche ich eindeutig mehr Fläche. Wir aber bauen das Gemüse auf kleiner Fläche an.

Und bei einer kleinen Fläche ergibt sich von alleine, dass das Gemüse kunterbunt wächst, zumindest bei uns. Ich habe da auch ein paar Tricks, wie ich aus wenig viel mache, aber dazu schreibe ich später mal einen Beitrag. 🙂

Trotz aller Freiheiten, die ich mir beim Gemüseanbau nehme, habe ich zwischenzeitlich trotzdem ein paar theoretische Dinge wie die Familienzugehörigkeit verinnerlicht. Deshalb versuche ich, zwei Gemüsesorten aus der gleichen Familie nicht nebeneinander zu pflanzen.

Aber es kommt oft anders als geplant, denn wenn ich unbedingt Radi (Rettich) aussäen will und grade sonst kein freier Platz im Hochbeet ist, als neben einem Kreuzblütengwächs, dann säe ich ihn trotzdem dort aus und hoffe auf eine reiche Ernte. Ich bin da eher unkonventionell unterwegs.

Denn es gibt Gemüse, das ich unbedingt jedes Jahr anbauen will. Und wenn ich jetzt der Theorie nach aber jenes Gemüse nicht neben dieses Gemüse pflanzen kann und das Gemüse, das als guter Nachbar zur Mischkultur passen würde, nicht anbauen will, dann müsste ich in der Konsequenz auf viel Lieblings-Gemüse verzichten, weil der Platz nicht reicht.

Was versteht man unter Mischkultur?

Einfach gesagt geht es darum, Monokultur zu vermeiden. Ich vergleiche das mit einem monotonen Fichtenforst ohne grüne Krautschicht. Das ist eindeutig keine Mischkultur.

Wenn der Fichtenborkenkäfer jetzt hilft, den Fichtenwald umzubauen und dann noch andere Bäume wie Birken, Ebereschen, Buchen, Tannen und auch eine Krautschicht (vielleicht leckere Heidelbeeren?) dazukommen, dann entsteht eine Mischkultur, die viel stabiler und widerstandsfähiger ist.

Das Prinzip lässt sich auch auf das Gemüsebeet übertragen: Im Beet werden viele verschiedene Gemüse angebaut und nicht nur eine Sorte.

Mischkultur im Hochbeet – eine Liste

Hier kommen ein paar Gemüsebeispiele, die bei uns als Mischkultur im Hochbeet gut funktionieren, die gut zusammen passen.

# 1) Mischkultur mit Gurken und Basilikum

Gurken vertragen sich in der Mischkultur mit Basilikum.

Basilikum und Gurken haben sich als gute Mischkulturpartner bewährt. Das Basilikum genießt offensichtlich den leichten Schatten, den die Gurken werfen und mag auch viel Wasser. Seit ich Basilikum neben Gurken pflanze, haben wir immer tolles Basilikum!

# 2) Mischkulturpartner Stangenbohnen und Blatt-Mangold

Mischkultur mit Bohnen

Bohnen binden mit Knöllchenbakterien Sauerstoff im Boden und davon profitiert – so wie es aussieht – der hungrige Mangold. Er wächst und gedeiht einfach toll!

Tipp: Ich mag Blatt-Mangold besonders gern wie Spinat gekocht, mit Bratkartoffeln und Spiegelei. Einfach und köstlich!

# 3) Mischkultur von Mangold und Rettich im Hochbeet

Rettich und Blatt-Mangold – der Ertrag dieser beiden Gemüsearten nebeneinander wundert mich immer wieder aufs Neue. Blattmangold hat eine dicke Pfahlwurzel, wird groß und mag gut gefüttert werden.

Rettich hat auch eine Wurzel, wirkt anfangs immer etwas mickrig. Ich habe immer Sorge, dass er neben dem üppig wachsendem Blattmangold nicht hochkommt. Eines Tages dann wieder ins Beete geguckt und! Der Rettich ist erwachsen geworden!

Neben einem Hochbeet ist im Rasen von alleine Mangold aufgegangen. Super! Den lasse ich ausblühen. Also immer drumherum gemäht. Ja da bin ich eigen, ich lasse gerne „Inseln“ im Rasen stehen.

Plötzlich: Warum lässt der Mangold denn die Flügel hängen? War ihm der leichte Frost zu viel? Nein, kann nicht sein, seine Brüder im Beet schauen noch ganz gut aus. Also dran gezogen und was sehe ich?

Die Wühlmäuse haben die dicke Pfahlwurzel abgefressen. Schade, wird´s nichts mit der Samenernte.

# 4) Mischkulturgemüse Karotten und Knoblauch

Karotten (bei uns heißen sie „Gelbe Rüben“) profitieren vom Knoblauch. Seit wir diese beiden Gemüse im Hochbeet nebeneinander packen, hat sich das Problem mit der Karottenfliege fast vollständig erledigt.

Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Knoblauch schon eine gewisse Größe haben muss, damit er gegen die Möhrenfliege wirkt.

Am besten ist das Ergebnis, wenn der Knoblauch bereits im Herbst gepflanzt wurde. Er hat dann schon einen Wachstumsvorsprung gegenüber den Möhren und schon „verduften“ die Gelbe-Rüben-Fliegen.

# 5) Mischkultur Wilde Rauke und Rettich

Mischkultur Gemüse

Wenn ich fleißig nebeneinander wachsende Wilde Rauke (Rukola) und Rettich ernte, überrascht mich das immer wieder, denn beide gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse. Und ich versuche, wenn möglich, Gemüse aus der gleichen Familie nicht nebeneinander zu säen.

Aber es war, wie es ist: Es war kein Platz frei, wo ich die Samen vom Radi aussäen hätte können, nur neben dem Rukola. Also munter drauflos gesät mit fantastischem Ergebnis. Was klappt, hat recht!

# 6) Zur Abwechslung kein harmonisches Gemüsemiteinander: Tomaten und Salat

Tomaten und Salat nebeneinander funktioniert bei uns nicht. Denn die Tomaten überwuchern irgendwann alles und nehmen dem Salat Licht und vermutlich auch Nährstoffe.

Ich habe nur den Salat gepflanzt gehabt. Die Tomate ist von alleine aufgegangen – und ich kann keine Pflanzen wegwerfen … Habe die Tomate im Beet gelassen, aber der Salat ist eingegangen.

Die Lehre, die ich daraus ziehe? Tomaten, die im Hochbeet von selber aufgehen, pflanze ich um. Sie nehmen einfach zu viel Platz im Beet weg. Wir pflanzen unsere Tomaten weiterhin in Töpfen an.

# 7) Mischkultur Pastinake und Zuckerhut

Die Pastinake habe ich bewusst gesät, den Zuckerhut mangels Platzalternative später daneben gepflanzt. Beides ist gut gewachsen.

Werde ich wieder machen, denn der Salat wächst nach oben und die Pastinake nach unten, sodass sie sich den Platz in der Erde nicht streitig machen.

Das ist auch so etwas, worauf ich achte: Dass ich nicht zwei Wurzelgemüse  nebeneinander pflanze, damit sie sich den Platz nicht streitig machen.

# 8) Mischkulturgemüse Fenchel und Ewiger Kohl

Dass Fenchel und Ewiger Kohl so gut miteinander auskommen, hätte ich nicht gedacht. Aber so schöne Fenchelknollen hatte ich noch nie.

Vielleicht lag das auch daran, dass ich eine andere Fenchelsorte ausgesät habe. Primär hing es wohl mit der besseren Nährstoff- und Wasserversorgung zusammen, die der Kohl abbekommt und daneben der Fenchel gleich mit. Werde ich wieder ausprobieren. Bin schon gespannt!

# 9) Mischkultur Karotten oder Salat und Franzosenkraut

Mischkultur Gemüse mit essbaren Wildpflanzen wie Franzosenkraut.

Das Franzosenkraut, eine essbare Wildpflanze, schleicht sich jedes Jahr im Sommer ein. Und ich schaue ihr immer beim Wachsen zu, ernte sie auch.

Trotzdem wächst sie einem schnell über die Ohren. Die Karotten und der Salat haben es überlebt, und als sie endlich eine gewisse Größe erreicht hatten, konnte das Karottenkraut auch gut um das Licht konkurrieren und gut war es.

# 10) Mischkulturpartner Tomaten und Stangenbohnen

Wieder hat sich eine Tomate klammheimlich ins Beet geschlichen und ich dachte mir: „Ich lasse sie da wachsen, denn die Stangenbohnen bringen Stickstoff und die Tomaten brauchen eh´ viel Futter.“

Außerdem stört die Tomate an dem Platz nicht. Das Duo Tomaten und Stangenbohnen war unschlagbar  – reiche Ernte inklusive!

# 11) Rhabarber und Schafgarbe – keine Mischkultur fürs Hochbeet

Schafgarbe, Vogelmiere und Rhabarber

Okay, Rhabarber wächst bei uns nicht im Hochbeet. Er darf hier trotzdem in der Liste erscheinen. Ich behaupte, dass das Rhabarber und Schafgarbe eine gute Mischkultur-Gemeinschaft abgibt.

Die Schafgarbe hat sich – wie so oft essbare Wildpflanzen bei uns im Garten – von alleine breitgemacht hat. Wenn es ihr an dem Plätzchen so gut gefällt, gehe ich davon aus, dass sie ihren Nachbarn, den Rhabarber mag. Und der Rhabarber zuckt auch nicht zusammen.

Meine Erkenntnisse mit den Mischkulturgemüsen im Hochbeet

Im Hochbeet lässt sich Mischkultur auf wenig Platz verwirklichen. Manchmal ist es hilfreich, die Augen vor den theoretischen Grundlagen wie Pflanzenfamilien oder Fruchtfolgen zu verschließen, den Pflanzplan links liegen zu lassen und experimentierfreudig einfach zu machen. Dazu gehört auch, Gemüse sich selber aussäen zu lassen. Wenn es dann an dem selbst gewählten Platz gar nicht passt, könnt ihr es immer noch umpflanzen. Oft wächst das Gemüse dabei erstaunlich gut!

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja


Mischkulturpartner von 11 Gemüsen, die (fast) jedem gelingen und wenig Platz brauchen.

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