8 wichtige Informationen, um ein Gemüsebeet für den Garten zu planen

Um das Gemüsebeet zu planen, braucht man viele Infos

Lange habe ich versucht, unser Gemüsebeet im Garten nur mit einem vagen Pflanzplan im Kopf anzulegen. Man könnte auch sagen: ohne Plan.

Dadurch hatten wir zwar im Frühjahr eine reiche Ernte. Während des restlichen Gartenjahres schaute das schon anders aus. Gemüse ja, aber nicht immer das, was wir wollten.

Zum Beispiel lieben wir Radi und Kohlrabi. Dieses Gemüse wächst eigentlich die ganze Gartensaison über. Auf beides mussten wir immer wieder längere Zeit warten.

Und letzten Winter haben die Feldhasen den Grünkohl weggefuttert. Aber das ist eine andere Geschichte. 🙂

Das Problem beim Anbauen von Gemüse ohne Plan

Drei Probleme kristallisierten sich beim Gemüseanbau ohne konkreten Pflanzplan heraus:

1. Wenn es Zeit war, ein bestimmtes Gemüse zu säen, war kein freier Platz im Gemüsebeet. Also hieß es warten, bis Platz war.

Dadurch habe ich im Garten Samen viel zu spät ausgesät, so dass Grünkohl und Feldsalat mickrig geblieben sind.

2. An einer anderen Stelle im Garaten war Platz. Aber wegen der Fruchtfolge konnte ich nicht das Gemüse säen, das ich wollte.

Wenn ich dann trotzdem ohne Rücksicht auf die Fruchtfolge gesät hatte, bloß weil Platz war, tat ich das mit einem komischen Gefühl.

Wird die Fruchtfolge nicht eingehalten steigt das Risiko von Pflanzenkrankheiten. Letztes Jahr hatten wir das erste Mal Besuch von der Möhrenfliege. Um zu verhindern, dass sich diese Viecherl dauerhaft in unseren Karotten festbeißen, will ich jetzt die Fruchtfolge strikt einhalten.

3. Viele Informationen, die für den Pflanzplan notwendig sind, waren nur in meinem Kopf gespeichert oder lese sie in Büchern und Zeitschriften nach. Die liegen aber nicht im Garten herum, wenn ich sie gerade brauche.

Und ohne Überblick über Fruchtfolge, Entwicklungszeit, Erntezeit, den letzten Termin für Aussaaten für Wintergemüse und weitere Informationen ist es schwer, das Gemüsebeet so zu bestellen, dass es immer von allem reichlich Ernte abwirft.

Deshalb: Ein Pflanzplan muss her!

Diese 8 Informationen braucht man, um ein Gemüsebeet zu planen

Angefangen hatte ich mit einem Pflanzplan, stellte aber bald fest, dass ich dazu erst noch einen Haufen Informationen brauche. Für den besseren Überblick habe ich dafür Tabellen gebastelt.

Diese Fragen taten sich während der Planung des Gemüsebeetes auf:

1.     Wie viele Gemüsebeete und welche Gemüsebeete stehen im Garten zur Verfügung?

Von der Anzahl und Größe der Gemüsebeete ist die Bepflanzung abhängig. Außerdem ist zu klären, ob die Beete Wühlmaus- und Schneckensicher sind.

In unserem Garten wohnen Wühlmäuse. (Nein, wir haben im Garten nicht die größte Wühlmaus, die es in Europa gibt: den Biber. Sondern so niedliche Haus- und Hof-Wühlmäuse).

Es gibt Beete, in die pflanze ich wegen der Wühlmäuse weder Karotten, Petersilie, Mangold oder so was. Die entsprechend gefährdeten Gemüse und Kräuter wachsen im Hochbeet.

Und weil ich immer glaube, dass die vorhandenen Beete auf keinen Fall reichen und ich noch mit anderen Beetformen experimentieren will male ich mir aus, wo ich neue Beete anlegen könnte…

2.     Welches Gemüse will ich anbauen?

Es gibt soooo viel Gemüse, das ich anbauen will. Und jedes Jahr wird es mehr! Angefangen von den Gemüse-Klassikern wie Radi, Salate, Bohnen, Karotten, Gurken und Tomaten bis hin zu Gemüsen, die wir bisher nicht im Garten hatten wie Erbsen, Pastinaken oder Erdmandeln.

In der oben genannten Tabelle steht jedes Gemüse, das wir bisher im Garten angebaut haben oder das neu hinzu kommen soll. Außerdem enthält die Tabelle die Namen der Gemüsesorten, soweit ich sie kenne.

3.     Welche Gemüsesamen brauche ich?

Wenn ich also weiß, welches Gemüse ich anbauen will, brauche ich die Samen. Die Tabelle enthält eine Spalte für ein Kreuz. Ich mache dort ein Kreuzchen, wenn ich Gemüsesamen (nach)kaufen will. Das kommt dann auf meine Einkaufsliste. Steht in der Spalte kein Kreuzchen, ist der Samen vorrätig

Da ich gerne die regionalen Geschäfte unterstütze, schaue ich zuerst in unseren Läden vor Ort, ob sie diese Gemüsesamen in der von mir bevorzugten Qualität anbieten. Erst wenn sie nicht im Laden zu kaufen sind, bestelle ich sie online oder kaufe sie direkt über den Versandhandel der Anbauverbände.

4.     Wann sind die Aussaat- und Pflanzzeiten?

Die Aussaat- und Pflanzzeiten sagen mir, wann welches Gemüse gesät und gepflanzt wird. Außerdem ist es für die Planung des Gemüsebeetes wichtig, zu wissen, ob die Aussaat mit Voranzucht, im Frühbeet und als Direktsaat erfolgt.

5.     Wie lange dauert es, bis das Gemüse geerntet werden kann?

Zeitpunkt der Aussaat, Kulturdauer und Erntezeiten sind wichtige Aspekte, weil darauf die Folgesaaten aufbauen. Es geht um ungefähre Entwicklungszeiten des Gemüses. So genau lässt sich das ja nicht sagen.

6.     Zu welchen Jahreszeiten will ich welches Gemüse ernten?

Am Liebesten will ich das ganze Jahr eigenes Gemüse aus dem Garten ernten. Das klappt nicht immer hundertprozentig.

Denn teilweise war das Beet falsch bepflanzt. Ich erläutere das am Beispiel von Lauch: Im Frühjahr habe ich immer Lauch ausgesät, konnte ihn aber erst im Herbst und Winter ernten. Damit hat der Lauch das Beet das ganze Jahr über belegt, obwohl die erste Hälfte des Jahres nichts zu ernten war.

Irgendwann habe ich gesehen, dass es sich bei der ausgesäten Lauchsorte um Herbst- und Winterlauch handelte, die erst spät im Jahr ausgesät wird und auch erst spät im Jahr so richtig gut wächst.

Mit diesem Wissen lässt sich das Beet in der ersten Jahreshälfte mit anderem Gemüse bepflanzen. Will ich Herbst- und Wintergemüse wie Pastinaken, Feldsalat oder Grünkohl ernten, muss ich die Samen allerdings rechtzeitig aussäen, damit das Gemüse bis zum Winter noch zu einer entsprechenden Größe heranwächst.

7.     Welche Fruchtfolge soll im Gemüsebeet eingeplant werden?

Ich versuche verschiedene Aspekte der Fruchtfolge im Gemüsebeet unterzubringen, sehe das aber gelassen, wenn sich nicht alles vollständig umsetzen lässt. Folgende Konzepte habe ich im Hinterkopf.

  • Pflanzenfamilien

Meine Fruchtfolge orientiert sich bevorzugt an den Pflanzenfamilien. Deshalb stehen in der Tabelle alle Gemüsearten (wie Salate, Kohl) nach Pflanzenfamilien wie Korbblütengewächsen oder Kreuzblütengewächsen zusammengefasst. Das war ein Stück Arbeit, bis ich das beisammen hatte, denn wer weiß schon aus dem Stand heraus, wo der Winterpostelein dazugehört?

  • Wurzel-, Blatt-, Blüten- oder Fruchtgemüse?

Handelt es sich beim Gemüse um Wurzel-, Blatt-, Blüh- oder Fruchtgemüse? Soweit möglich, will ich das jeweilige Gemüse weder nacheinander noch nebeneinander anbauen. Wenn es sich nicht vermieden lässt, mache ich es trotzdem und schaue, was passiert.

  • Stark-, Schwach- oder Mittelzehrer?

Die Informationen zu Stark-, Schwach- und Mittelzehrern tauchen in der Tabelle nur auf, weil ich den Starkzehrern bei Aussaat und Pflanzung zusätzlich Kompost gönnen will.

Ansonsten lasse ich das in der Fruchtfolge aber unberücksichtigt. Dazu gibt es zu viele widersprüchliche Informationen. Nix genaues weiß man scheinbar nicht.

8.     Mischkultur: Welche Nachbarschaften sind günstig?

Soweit als möglich achte ich auf gute Nachbarschaften. Je weiter das Jahr ins Land zieht, desto schwieriger wird es allerdings, das einzuhalten.

Dann geht es an den konkreten Plan für das Gemüsebeet

Bei der Beetplanung nehme ich das Papier in die Hand und sehe auf einen Blick die Informationen, die ich brauche. Ich beabsichtige, in jedem Beet nur Gemüse von bestimmten Pflanzenfamilien anzubauen. In einem Beet gibt es dann nur Gemüse aus der Familie der Doldenblütengewächse und Lauchgewächse…

Das hat den Vorteil, dass der ganze Pflanzplan jedes Jahr von Beet zu Beet komplett weiter wandern kann. Wenn nötig, passe ich den Plan vom Gemüsebeet an oder ergänze ihn.

Damit lassen sich die Beete mindestens ein Jahr von bestimmten Pflanzenfamilien freihalten. Und ich muss nächstes Jahr nicht darüber nachdenken, wo letztes Jahr Doldenblütengewächse, Korbblütler oder andere Pflanzenfamilien gewachsen sind.

Allerdings machen sich in den Gemüsebeeten auch essbare Wildkräuter wie Löwenzahn, Vogelmiere oder Hirtentäschel breit. Die lasse ich entweder gewähren, auch wenn sie wegen der Zugehörigkeit zu einer Pflanzenfamilie da nicht sein dürften, oder ich reiße sie aus. Das entscheide ich nach Gefühl.

Im Laufe der Beschäftigung mit der Planung eines Gemüsebeetes ist aus dem Durcheinander in der Tabelle doch ein strukturiertes Info-Blatt geworden.

Wie macht ihr es? Ich bin ganz Ohr auf eure Erfahrungen.

Edit: Bei Anne habe ich eine schöne Ergänzung zum Thema Gemüsebeet planen gefunden. Und bei Johannes auch, da gibt es zusätzlich Fotos zu den einzelnen Entwicklungsstadien dazu.

4 Kommentare

  1. Hallo Sonja,

    das hast du wunderbar zusammengefasst!

    Dein Beispiel mit dem Lauch hat mich an meine Frühlingszwiebeln erinnert… ich frage mich ernsthaft, warum die Dinger “Frühlings”zwiebeln heißen, bei mir aber immer erst im Spätsommer erntereif sind. 😀
    Wobei ich da jetzt schon die zweite oder dritte Sorte ausprobiere und es immer heißt, dass sie ab März ausgesät werden soll – auch mit Vorziehen waren sie nicht nennenswert flotter. Hast du da Erfahrungen?

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Hallo Anne,
      Namen sind Schall und Rauch, das habe ich auch schon bei Gelben Rüben (Karotten) festgestellt. Da ist es egal, ob es frühe Karotten oder späte sind, die können alle im Winterbeet mit ein bißchen Kälteschutz überwintern.
      Mit Frühlingszwiebeln habe ich bisher keine Erfahrungen. Ich warte mal, bist du die ideale Sorte hast. 🙂

      Liebe Grüße
      Sonja

  2. Hallo Sonja,
    ein wirklich guter und umfassender Artikel zu einem Thema, das bei vielen Gartlern und Gartlerinnen etwas vernachlässigt wird. Wenn es dir recht ist,
    verlinke ich ihn bei mir beim entsprechenden Artikel.
    Wünsche dir noch ein gutes Gartenjahr,
    Johann

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