Mischkultur: 18 gute Gemüse-Nachbarn, die bei uns funktionieren

Mischkulturgemüse und gute Nachbarn im Hochbeet

Mischkultur im Gemüseanbau setzt auf die Kraft von guten Nachbarn. Diese sollen sich gegenseitig Fressfeinde vom Hals halten und die Abwehrkräfte stärken, so dass es Mehltau, Rostpilze und Kohlweißlinge schwer haben.

Zum Thema, welche Gemüse gut zusammen passen, gibt es verschiedene Empfehlungen und Meinungen. Das kann einen ganz schön verunsichern. Deshalb setze ich mich gerne darüber hinweg und mache eigene Erfahrungen.

Hier findet ihr nach einem Kurzausflug zur Frage, was man unter Mischkultur versteht, eine Liste mit guten Gemüse-Nachbarn, die bei uns im Hochbeet funktionieren. Sind aber „nur“ Erfahrungswerte.

Was versteht man unter Mischkultur beim Gemüse?

Vielleicht habt ihr schon einmal große Felder gesehen, auf denen nur Mais oder Getreide wachsen? Oder vielleicht seid ihr schon mal durch einen monotonen Fichtenwald ohne grüne Krautschicht gewandert?

Wie man auf den ersten Blick sieht, ist das Monokultur, eindeutig keine Mischkultur. Bei Mischkultur im Gemüsegarten werden verschiedene Gemüse nebeneinander angebaut.

Dabei soll berücksichtigt werden, dass manche Pflanzen gut zusammen passen und andere nicht. Das hängt wiederum mit den Stoffen zusammen, die die Pflanzen ober- und unterirdisch abgeben.

Mischkultur im Hochbeet – eine Liste mit 18 guten Gemüse-Nachbarn

Ich baue zwischenzeitlich unser Gemüse ohne Pflanzplan an, weil ich gemerkt habe, dass ein Anbauplan auf der kleinen Anbaufläche weder planbar noch umsetzbar ist, ohne dass ich einen Vogel bekomme.

Dadurch ergeben sich oft zufällige, ungeplante Nachbarschaften, bei denen ich einfach nur beobachte, wie die Ernte ausfällt.

Wenn es gut funktioniert, pflanze ich die Gemüse später nach Möglichkeit wieder zusammen. Wie ich das ohne Anbauplan mache? Das ist ein anderes Thema. Nun zu den guten Gemüse-Nachbarn, die natürlich für alle Formen von Gemüsebeeten geeignet sind.

1) Mischkultur: gute Nachbarn sind Gurken und Basilikum

Basilikum und Gurken haben sich als gute Nachbarn in der Mischkultur bewährt. Das Basilikum genießt offensichtlich den leichten Schatten, den die Gurken werfen und das viele Wasser, das die Gurken bekommen. Seit ich Basilikum neben Gurken anbaue, haben wir immer kräftiges Basilikum!

2) Mischkultur: gute Gemüse-Nachbarn sind Stangenbohnen und Blatt-Mangold

Gute Gemüsenachbarn für Mangold

Bohnen binden mit Hilfe von Knöllchenbakterien Sauerstoff im Boden und davon profitiert – so wie es aussieht – der hungrige Mangold. Zu Letzterem habe ich zwischenzeitlich eine andere Meinung. Das nur nebenbei.

Stangenbohnen und Mangold wachsen beide in harmonischer Nachbarschaft. Sie liefern immer wieder eine super Ernte!

Beide Gemüse brauchen viel Wasser und beide bekommen mehrere organische Düngergaben. Ja, ich weiß: Bohnen sind Schwachzehrer.

Trotzdem denke ich, dass es an dieser Wasser- und Dünger-Kombination liegt, die uns bei Stangenbohnen und Mangold eine gute Ernte liefert.

3) Mischkultur: gute Nachbarn sind Mangold und Rettich

Dass Rettich und Blatt-Mangold als Mischkulturpartner funktionieren, wundert mich immer wieder. Blattmangold hat eine dicke Pfahlwurzel, wird groß und braucht ordentlich Dünger. Rettich hat ebenfalls eine dicke Wurzel.

Ich frage mich immer: „Reicht dem Rettich neben dem üppig wachsenden Mangold der Platz?“ Wenn Wasser- und Nährstoffbedarf stimmen, kommt auch der Rettich in die Gänge.

4) Mischkultur: eine gute Nachbarschaft bilden Karotten und Knoblauch

Karotten profitieren vom Knoblauch. Seit wir diese beiden nebeneinander pflanzen, hat sich das Problem mit der Karottenfliege fast vollständig erledigt. (Was nicht heißt, dass alle vorgeschlagenen „gute-Gemüse-Nachbar-Mischungen-gegen-Schädlinge“ helfen.)

Eine Einschränkung besteht: Meiner Erfahrung nach muss der Knoblauch schon eine gewisse Größe haben, damit das System einigermaßen wirkt. Ich vermute, dass ihn die Möhrenfliegen erst dann riechen können.

Wenn die Karotten zuerst keimen und später die Knoblauchblätter aus der Erde gucken, funktioniert das bei uns nicht.

5) Mischkultur: gute Gemüse-Nachbarn sind Wilde Rauke und Rettich

Wenn es sich ergibt, dass ich Wilde Rauke (Wilder Rukola) und Rettich nebeneinander pflanzen „muss“, überrascht mich das Ernteergebnis immer wieder. Denn beide gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse.

Ich versuche – falls möglich – Gemüse aus der gleichen Pflanzenfamilie nicht nebeneinander anzubauen. Aber es ist, wie es ist: Wenn sonst kein Platz frei ist, dann kommen die Rettichsamen eben neben den Wilden Rukola.

6) Zur Abwechslung keine harmonische Gemüsenachbarschaft: Tomaten und Salat

Tomaten und Salat sind bei uns keine guten Gemüse-Nachbarn. Sie gehören zwar zu verschiedenen Pflanzenfamilien und könnten sich theoretisch gut vertragen.

Doch die Tomaten wachsen irgendwann über alles hinweg, nehmen damit dem Salat Licht und vermutlich auch Nährstoffe weg. Diese Kombination passt einfach von der Größe der Gemüse her nicht zusammen.

Die Pflanzenkombination hatte ich nicht absichtlich gewählt, hatte nur Salat gepflanzt. Die Tomate dagegen war eines Tages wie von Zauberhand einfach da.

Und da ich keine Pflanzen wegwerfen kann, durfte die Tomate im Beet weiterwachsen. Im Gegenzug hat sich der Salat verabschiedet.

Die Lehre, die ich daraus ziehe? Tomaten, die im Hochbeet von alleine keimen, pflanze ich (vielleicht) um. Sie nehmen auf unserer kleinen Gemüseanbaufläche zu viel Platz weg. Deshalb bauen wir Tomaten in Töpfen an.

7) Mischkultur: gute Gemüse-Nachbarn sind Pastinaken und Zuckerhut

Zu den Pastinaken habe ich mangels Platzalternative Zuckerhut gepflanzt. Beides ist gut gewachsen.

8) Mischkultur: gute Gemüse-Nachbarschaft Fenchel und Ewiger Kohl

Dass Fenchel und Ewiger Kohl so gut miteinander auskommen, hätte ich nicht gedacht. So schöne Fenchelknollen hatte ich noch nie.

Vielleicht lag das gute Ernteergebnis an der neuen Fenchelsorte, die ich ausprobiert hatte? Vermutlich hing es wohl mit der guten Nährstoff- und Wasserversorgung zusammen, die der Kohl erhalten hat und der Fenchel gleich mit.

9) Mischkultur: gute Gemüse-Nachbarn sind Karotten oder Salat und Franzosenkraut

Mischkultur Gemüse-Nachbarn mit Franzosenkraut

Das Franzosenkraut, eine essbare Wildpflanze, schleicht sich jedes Jahr im Sommer in die Beete ein. Und ich schaue ihr immer zu, freue mich und ernte sie. Trotzdem wächst einem das Franzosenkraut schnell über die Ohren.

Karotten und Salat haben nur dann eine Chance, wenn ich lenkend eingreife und das Franzosenkraut etwas dezimiere. Wenn das Kultur-Gemüse später ausreichend groß ist, ist das Franzosenkraut kein Problem mehr.

10) Gute Mischkulturpartner sind Tomaten und Stangenbohnen

Wieder hatte sich eine Tomate klammheimlich ins Beet geschlichen und ich dachte mir: „Die Tomate stört an diesem Platz nicht. Außerdem sind die Stangenbohnen so groß, dass sich Tomaten und Stangenbohnen nicht gegenseitig überwuchern.“

„Ich lasse sie da wachsen, denn sowohl Stangenbohnen als auch Tomaten brauchen viel Wasser, passen in diesem Sinne zusammen.“ Das Duo aus Tomaten und Stangenbohnen war ein erfolgreiches, gutes Team mit reicher Ernte!

11) Rhabarber und Schafgarbe – gute Gemüse-Nachbarn aber keine Mischkultur fürs Hochbeet

Rhabarber wächst bei uns nicht im Hochbeet. Er darf hier trotzdem auf die Gute-Nachbarn-Liste hüpfen. Denn Rhabarber und Schafgarbe geben eine gute Mischkultur-Gemeinschaft ab.

Diese Nachbarschaft war weder geplant, noch von Menschenhand gestaltet. Eines Tage war die Schafgarbe da.

Sie wächst sehr gut neben dem Rhabarber. Deshalb gehe ich davon aus, dass sie mit ihrem Nachbarn, dem Rhabarber einverstanden ist. Und der Rhabarber zuckt auch nicht zusammen.

12) Mischkulturgemüse: Erbsen neben Mangold als gute Nachbarn

Das Gemüse-Duo Erbsen und Mangold hat sich bewährt. Beide lieben Wasser.

13) Mischkulturgemüse: Erbsen und Gurken

Erbsen und Gurken geben ein gutes nachbarschaftliches Gemüse-Team ab. Beide Pflanzen suchen allerdings immer einen Gegenstand, um den sie sich schlingen können.

Diese Schlingerei ist eine Herausforderung. Denn Gurken und Erbsen wachsen ineinander. Das ist jedoch ein technisches Problem, kein Problem der Mischkultur.

14) Mischkulturgemüse: Pastinaken und Knollensellerie

Ob sich Pastinaken und Knollensellerie wohl als gute Nachbarn bewähren? Es ging nicht anders, ich musste die beiden nebeneinander pflanzen.

Hat gut geklappt, obwohl beide zur gleichen Pflanzenfamilie gehören. Vielleicht lag es an der Schafgarbe, die sich vermittelnd dazwischen gedrängt hat?

15) Mischkultur: Ewiger Kohl und Stangensellerie

Diese Gemüse-Nachbarschaft war durch ein Experiment entstanden. Es ging um die Frage, ob die typische Gemeinschaft aus Sellerie und Kohl den Kohlweißling wirklich vom Kohl abhält? Stangensellerie und Ewiger Kohl sind auf alle Fälle toll gewachsen.

16) Mischkultur: Rote Bete und Mangold

Aus der Mischung von Roter Bete und Mangold sind richtige Monster-Rote-Bete entstanden. Das gute Wachstum hing vermutlich mit dem eifrigen Gießen zusammen.

Oder weil ich zwischen Mangold und Rote Bete eine selbstgemachte Olla als Wassertränke gesteckt hatte? Spräche auch wieder für die Theorie des Wasserbedarfs.

17) Mischkulturpartner: Tomaten und Knoblauch

Tomaten baue ich schon jahrelang zusammen mit Knoblauch an. Vielleicht bleiben die Tomaten unterm Dach deshalb so gesund, selbst bei Dauerregen und Kälte?

18) Mischkultur: Beeren mit Wermut

Beeren gehören zwar nicht zum Gemüse, trotzdem wollen sie erwähnt werden: Bestimmte Sorten von Schwarzen Johannisbeeren sind anfällig für den Johannisbeersäulenrost.

Ein zuverlässiger Schutz vor dem Pilz ist Echter Wermut. Wobei hier die Wermut-Sorte ausschlagengend ist.

Wie ich mit der Theorie zu guten Gemüse-Nachbarn umgehe

Im Laufe der Gartenjahre habe ich das eine* oder andere Gartenbuch* gelesen. Da stand dann drin: „Das und das Gemüse sind gute Mischkultur-Nachbarn. Diese Gemüse passen nicht zusammen“. Ups!

Aufgrund dessen versuche ich trotz aller Freiheiten, die ich mir beim Gemüseanbau nehme, Gemüse aus der gleichen Pflanzenfamilie nicht nebeneinander zu pflanzen.

Aber es kommt oft anders als „geplant“. Wenn ich unbedingt Radi (Rettich) aussäen will und im Hochbeet nirgends ein Platz frei ist außer neben einem Kreuzblütengewächs, dann säe ich ihn trotzdem dort aus und hoffe auf eine reiche Ernte. Ich bin da unkonventionell, tue, was ich will.

Meine Erkenntnisse mit Mischkulturgemüsen und guten Nachbarn

Da wir unser Gemüse nur auf kleiner Fläche anbauen, baue ich von jeder Sorte immer nur ein paar Stück hier, ein paar Stück dort an. Deshalb haben wir schon immer ein buntes Gemüse-Durcheinander im Hochbeet, lange bevor ich wusste, dass das, was ich da mache, „Mischkultur“ heißt.

Dabei habe ich festgestellt, dass sich gute Nachbarn nicht an Bücher halten. Meistens wachsen die Gemüse trotz Widerspruch zu manchen Empfehlungen ganz gut.

Wenn die Gemüseernte mickrig ausfällt, dann liegt es oft nicht an den unpassenden Pflanzenfamilien oder anderen Grundlagen, die nicht eingehalten wurden, sondern an mangelhafter Nährstoffversorgung, zu wenig Wasser, fehlendem Licht, zu viel Regen, zu wenig Sonne, zu viele Schnecken, Wurzelläuse, zu kalt, zu heiß oder was sonst noch sein kann.

Vielleicht kommt es im kleinen Hobby-Gemüsegarten doch nicht so auf die guten Gemüse-Nachbarn an, wie im Erwerbsanbau, wo es um viel größere Flächen geht?

Mein Fazit: Mischkultur ist gut. Welche Gemüse zusammen passen oder nicht ist kein Dogma. Es gibt unzählige Kombinationen, die ihr erfolgreich miteinander verbandeln könnt.

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja


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