Diese 26 Gemüse könnt ihr im Winter ernten

Gemüse für die Ernte im Winter im Hochbeet

Einige Gemüse, die wir im Winter ernten, sind alte Bekannte, Lauch zum Beispiel. Anderes Gemüse hat sich bei uns aus purem Zufall als wintertauglich entpuppt.

Da haben wir einen Kohlrabi nicht mehr geerntet und dort Karotten zu spät ausgesät, sodass wir sie nicht mehr geerntet hatten, weil sie im Herbst noch zu klein waren.

Sie sind im Winter im Hochbeet geblieben. Als ich die Gemüse zu Beginn des Frühlings aus dem Beet geholt habe, waren sie noch fest, in einem guten Zustand und essbar! Und das war auch bei anderen Gemüsen der Fall.

Normaler Pflücksalat, den ich im Herbst nach frostigen Tagen und Nächten abgeschrieben hatte, hat im Frühjahr wieder ausgetrieben und noch einmal eine kleine Ernte geliefert. Unglaublich, oder?

Schauen wir uns die Liste der Gemüse an, mit denen ich im Winter gute Erfahrungen gemacht habe.

26 Gemüse für die Ernte im Winter – nicht nur aus dem Hochbeet

Die kältetoleranten Gemüse verbringen bei uns den Winter draußen im Beet, bis wir sie ernten und wegfuttern. Mangels geeigneter Möglichkeiten lagern wir nichts von diesen Gemüsen ein. Entweder sie überleben die Kälte oder wir haben Pech gehabt.

Manchmal profitiert das Gemüse bei uns in der kalten Jahreszeit auch von einer dicken, isolierenden Schneeschicht. Wenn es die bei euch nicht gibt, dann könnt ihre euch mit künstlichem Kälteschutz behelfen (mehrlagiges Kälteschutzvlies, Frühbeetaufsatz, Doppelstegplatten oder anderes).

1.    Asia-Salate

Einige Asia-Salate verfügen über eine mehr oder weniger ausgeprägte Schärfe. Asia-Salate sind unter anderem Pak Choi, Mizuna oder Blattsenf wie die scharfe Sorte „Red Giant“.

2.     Butterkohl – ein typisches Gemüse für den Winter

Butterkohl als Wintergemüse ernten

Butterkohl schmeckt milder als der typische Kohl. Die Blätter der Sorte „Goldberg“ zeigen sich bei kalten Temperaturen in leuchtend gelbem Farbton.

Der Butterkohl hebt sich wunderschön von der sonst in dieser Jahreszeit farblosen Landschaft ab. Da „isst“ auch das Auge mit!

3.     Chinakohl

Ich habe Chinakohl in zwei verschiedenen Hochbeeten angebaut. Bei Minustemperaturen ist er ohne Kälteschutz erfroren. Im Beet hält er mit Kälteschutzvlies leichte Minustemperaturen aus.

Außerdem: Wenn zwar die Blätter erfroren sind, nicht aber das Herz, treibt er bei höheren einstelligen Plusgraden erneut aus, sodass ihr wieder ernten könnt. Er wächst im Winter natürlich nicht so schnell wie im Sommer.

4.     Eiszapfen (längliche Radieschen)

Die Ernte von Eiszapfen im Winter war ebenfalls dem Zufall geschuldet. Ich hatte sie im Sommer ausgesät und dann nicht mehr geerntet, weil wir keinen Appetit drauf hatten.

Mit Kälteschutz haben sie sich einen Teil des Winters tapfer gehalten, bis ihnen dann dauerhaft tiefere Minustemperaturen doch den Garaus gemacht haben. In milden Gegenden oder mit mehr Kälteschutz kann das durchaus was werden.

5.     Ewiger Kohl – ein Gemüse für den Winter, das jahrelang wächst

Der panaschierte „Ewige Kohl“ sieht optisch schön aus. Manchmal kommt es vor, dass die Raupen des Kohlweißlings im Sommer fast nichts von ihm übrig lassen.

Dann hofiert uns der Ewige Kohl im Winter trotzdem: Bei milden Temperaturen treibt er nochmal aus und bringt zumindest eine kleine Ernte für die Salatschüssel.

Die Blätter des Ewigen Kohls schmecken nach dem ersten Frost ähnlich süß wie Grünkohl.

6.     Erbsentriebe

Das Buch „Ernte mich im Winter“ von Wolfgang Palme* hat mich auf die Idee mit den Erbsentrieben gebracht. Zu der Zeit ist mir zufällig auch noch eine sehr robuste Erbsensorte über den Weg gelaufen: „Allerfrüheste Mai“. Da kann ja nichts mehr schiefgehen, oder? Dachte ich.

Die Erbsen also im Februar ins Hochbeet gesät und als Kälteschutz eine Doppelstegplatte aufgelegt. Nachdem die Erbsen gekeimt waren, brachte ich es nicht übers Herz, sie zu ernten. Soviel zu essbaren Erbsensprossen im Winter.

Im Mai waren die Triebe schon 80 Zentimeter hoch und Anfang Juni habe ich die ersten Erbsen geerntet! Da hat es sich gelohnt, auf die Sprossenernte zu verzichten.

7.     Feldsalat – ein typischer Wintersalat

Feldsalat im Winter

Wahrscheinlich kennen viele von euch Feldsalat – den typischsten aller Salate, den ihr in der kuschelig kalten Jahreszeit ernten könnt. Wir haben ihn nicht nur im Hochbeet, sondern auch zwischen Maibeere und Meerrettich, in Pflasterfugen, im aufgelassenen Erdbeerbeet und überhaupt überall.

Zusätzlich säe ich ihn in Töpfen aus, in denen ich im Sommer Tomaten angebaut habe. Diese stehen geschützt und nah am Haus. So lässt sich Feldsalat auch dann ernten, wenn im Garten tiefer Schnee liegt und es keine Freude ist, durch tiefen Schnee zu stapfen.

8.     Grünkohl – noch so ein typisches Wintergemüse

Grünkohl ist im Norden Deutschlands ein Klassiker. Und hat es auch schon bis zu uns in den Süden geschafft! Gegart schmeckt er mir nicht, roh umso besser, weshalb er in die Salatschüssel wandert.

9.     Karotten / Möhren / Gelbe Rüben

Als ich vor vielen Jahren im Frühling ein paar vergessene Karotten aus dem Hochbeet geholt habe, war ich total überrascht. Zum Einen, weil sie im Winter gewachsen sind und zum Andern, weil sie so gut geschmeckt hatten. Seither bleiben bei uns die Karotten den Winter über im Beet.

10. Knoblauch

Wenn ihr Knoblauch im Herbst pflanzt, hat er im Winter bereits Blätter. Diese könnt ihr ernten und roh essen. Sie schmecken deutlich nach Knoblauch, aber nicht so intensiv wie Knoblauchzehen.

Bei uns wandern seine Blätter in den Salat. Merkt ihr es? Die Salatschüssel ist auch ohne Kopfsalat schon ganz schön voll, bunt und abwechslungsreich!

Verschiedene Gemüse und Salate im Winter.

11. Knollenfenchel

Einmal hat uns der erste Nachtfrost überrumpelt und ich dachte: „Oh je! Der Knollenfenchel ist Matsch!“ Er war allerdings zwischen den anderen Gemüsen so gut versteckt, dass diese als Kälteschutz gewirkt hatten.

Mit einem leichten Kälteschutz übersteht Knollenfenchel leichte Minustemperaturen. Dauerfrost ist jedoch nichts für ihn.

12. Knollensellerie

Knollensellerie überwintert bei uns ebenfalls im geschützten Hochbeet. Bei ihm müsst ihr ein bißchen mit dem Kälteschutz jonglieren, damit er euch nicht erfriert. Leichte Minusgrade hält er mit Kälteschutz aus.

13. Kohlrabi

Kohlrabi ist erstaunlich resistent gegen winterliche Kälte. Er darf allerdings – wie die anderen Gemüse auch – nur im aufgetauten Zustand geerntet werden.

Sollte Kohlrabi im Herbst noch keine große Knolle gebildet haben, könnt ihr die jungen Blätter ernten.

14.  Lauch / Porree – ein altbekanntes Gemüse für den Winter

Lauch machen tiefe Temperaturen nichts aus. Ich schneide oben nur so viel ab, wie ich brauche, dann wächst er immer weiter.

Der Zuwachs ist in der kalten Jahreszeit zwar überschaubar, aber die Ernte reicht gelegentlich für eine pikante Füllung im Buchweizen-Pfannkuchen.

15.  Mangold

Mangold ist gut winterhart. Bei tieferen Minustemperaturen erfrieren seine Blätter. Sobald die Temperatur wieder in die Plus-Grade steigt, wächst er vom Herz her weiter.

So könnt ihr ihn im Frühjahr noch einmal ernten, bevor er aus dem Gemüsebeet ausziehen oder blühen und Samen bilden darf, um später wieder als Sommer-, Herbst- und Wintergemüse auferstehen zu können.

Mangold bereiten wir gerne wie Spinat mit Bratkartoffeln und Spiegelei zu. Eine Handvoll frische Brennnesseln dazu und ein super-einfaches, vegetarisches, gutes Essen ist fertig!

16.  Meerrettich / Krenn – ein Gemüse für die Winterernte

Meerrettich wächst bei uns auf dem normalen Gartenboden. Für das Hochbeet ist er nicht geeignet, weil er zu viel Platz braucht und dann dieser Platz auf unserer kleinen Anbaufläche für anderes Gemüse fehlt.

Meerrettich enthält Scharfstoffe und trotzdem fressen ihn Wühlmäuse außerordentlich gerne. Habe ich nicht irgendwo gelesen, dass sie ihn angeblich nicht mögen?

17.  Pastinaken – ein ausgesprochen typisches Gemüse für die Ernte im Winter

Pastinaken sind ebenfalls ein typisches Gemüse, das ihr im Winter frisch aus dem Garten ernten könnt. Wir bauen sie im Hochbeet an, weil sie da vor Wühlmäusen sicher sind.

Manchmal bereite ich mir aus Pastinaken Chips zu. So geht´s: In Scheiben geschnittene Pastinaken in etwas Öl, Salz und Zimt wenden, dörren – und ratz-fatz sind sie weggefuttert. Mmmmh! Lecker!

18.  Radicchio – ein roter Farbklecks im Winter!

Radicchio ist winterfest und bereichert die Salatschüssel nicht nur mit schmackhaften Bitterstoffen, sondern auch mit seiner tollen, roten Farbe.

19.  Rote Bete

Rote Bete freuen sich im Winter im Beet über einen Kälteschutz. Dann sind sie erstaunlich widerstandsfähig.

20.  Schwarzer Rettich / Radi

Schwarzer Rettich erinnert geschmacklich eher an Rüben als an Rettich. Wer Rettichgeschmack erwartet, wird enttäuscht sein. Er ist ein winterliches Gemüse, das ein bißchen Kälte nicht so schnell umhaut.

21.  Topinambur – noch so ein Klassiker für die winterliche Gemüseernte

Topinambur, das Wintergemüse mit knackigen Knollen. Ihr könnt sie ernten, wenn der Boden nicht gefroren ist. Erntet nur so viel, wie ihr verbraucht. Das ist die beste Methode, um Topinambur zu lagern.

Es ist immer wieder eine Überraschung, in der Erde zu graben und nicht zu wissen, was man findet. Das ist wie bei der Kartoffelernte. In manchen Jahren leisten die Wühlmäuse allerdings ganze Arbeit. Dann ist die Freude getrübt.

Wenn ihr Topinambur anbauen wollt, schaut mal in hier nach. Dort habe auch mein Experiment beschrieben, als ich sie im Hochbeet angepflanzt hatte! Das war was, kann ich euch sagen!

22.  Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia)

Der mehrjährige „Wilde Rukola“ ist ein anderes Gemüse als der einjährige Rukola. Sobald er im Sommer verblüht ist und Samen gebildet hat, treibt er neue Blätter aus. Diese bleiben für die Winterernte stehen.

23.  Winterpostelein (Claytonia perfoliata)

Winterpostelein hat ungewöhnlich geformte, fleischige Blätter. Die Optik allein ist es schon wert, ihn im winterlichen Gemüsebeet anzubauen.

Winterpostelein heißt auch „Winterportulak“. Weshalb ihn manche mit Portulak, einem fleischigen Sommersalat, verwechseln.

Bei uns ist „Portulak“ eine essbare Wildpflanze. Am besten haltet ihr euch an die botanische Bezeichnung. Dann sind Verwechslungen beinahe ausgeschlossen.

24.  Wintersalat

Früher habe ich Wintersalat mit dem einfachen Namen „Wintersalat“ (es war kein Sortenname angegeben) angebaut.

Bei uns haben einmal verschiedene Sommersalate den Winter im Beet überlebt. Bei wärmeren Temperaturen sind sie weitergewachsen. Seither weiß ich, dass nicht nur sogenannte Wintersalate wintertauglich sind.

Salatsorten, mit denen ich diese Erfahrung gemacht habe, sind zum Beispiel „Lucinde“ oder „Lollo Rosso“. Die Blätter frieren bei Minustemperaturen ab und sehen aus, als ob sie hinüber wären. Davon nicht erschrecken lassen, denn wenn das Herz überlebt hat, geht’s weiter.

Wenn es wärmer wird, treiben sie erneut von der Mitte her aus. Toll, oder? Etwas Kälteschutz tut ihrem Herzen trotzdem gut. Die Haupternte fällt in das folgende Frühjahr.

25.  Wirsing

Der Vorteil vom Wirsing ist, dass ihn im Winter die Raupen des Kohlweißlings in Ruhe lassen. Bei leichten Plusgraden wächst Wirsing weiter.

26.  Zuckerhut – Salatgemüse im Winter ernten

Zuckerhut ist mit einer Abdeckung ausreichend winterfest. Allerdings kommen winzige Nacktschnecken ins Spiel. Die habe ich mit Herbstlaub zum Abdecken von ungenutzten Flächen ins Hochbeet geholt.

Schnecken verstecken sich gerne zwischen den Blättern des Zuckerhuts. Dabei verstoffwechseln sie, was sie gefressen haben und scheiden wertvollen Humus aus. Dieser liegt dann auf den Blättern vom Zuckerhut.

Die Raupen vom Kohlweißling fressen Zuckerhut auch nicht. Wenn allerdings in der Nachbarschaft Kohlrabi und Chinakohl wachsen, nagen sie an denen, verdauen an Ort und Stelle und lassen dabei das eine oder andere Kackhäufchen auf das Gemüse nebenan fallen. Da fällt die Ernte spärlicher aus.

Meine Erkenntnisse mit der Ernte von frischem Gemüse im Winter

Im Laufe der Gartenjahre hat sich bei uns – einer frostig-kalten, schneereichen Gegend – gezeigt, dass das Gemüse im Freien ganz schön viel Winter aushält!

Einzig der viele, tiefe Schnee hindert mich im Winter daran, Gemüse aus dem Hochbeet zu ernten. Dafür habe ich jetzt eine Lösung: Ich baue mehrere Sachen in Töpfen nahe am Haus an.

Ganz wichtig! Wenn ihr auch Gemüse im Winter ernten wollt, solltet ihr die Sachen frühzeitig aussäen. Und wer sein Gemüse mit einem Pflanzplan anbaut, denkt daran, die Wintergemüse gleich mit einzuplanen.

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja


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