Hochbeet aufstellen

Hochbeet aufstellen - Untergrund

Kann man das Hochbeet auf den Rasen stellen, soll es unten offen sein und braucht man ein Unkrautvlies? Antworten auf Fragen rund ums Aufstellen vom Hochbeet liefert dieser Artikel.

Dabei berichte ich unter anderem von meinen Erfahrungen „aus dem Untergrund“ – unter anderem von Wühlmäusen, die das Hochbeet eingraben wollen und von Meerrettich und Himbeersträuchern, die das Hochbeet unterirdisch erobern wollen.

In diesem Artikel geht es um das Hochbeet im Garten, nicht auf der Terrasse oder dem Balkon. Denn bei denen sind die Voraussetzungen andere als bei einem Hochbeet, das mitten im Garten steht.

Sollte das Hochbeet unten offen sein?

Ein Hochbeet, das man im Garten nutzt und nicht auf der Terrasse steht, sollte unten offen sein. Ein unten offenes Hochbeet hat direkten Kontakt zur Erde, was günstig für die Ansiedelung von Bodenbewohnern ist.

Man denke nur an die Regenwürmer, die dadurch den Weg ins Gemüsebeet leichter finden, sich mit Mulch den Bauch vollschlagen können, die Erde durchlüften, lockern und unsere Pflanzen düngen.

Ist das Hochbeet dagegen unten geschlossen, müssen die Bodenlebewesen über den Kompost, die Erde oder irgendwie anders ins Beet gelangen. Ich stelle mir gerade vor, wie ein Regenwurm versucht, so wie Schnecken am Hochbeet hochzukriechen …

Hochbeet im Garten aufstellen, Rasen, Untergrund

Darf man ein Hochbeet auf den Rasen stellen?

Ein Hochbeet darf man auf den Rasen stellen. Aber Vorsicht! Ist es aus Holz und liegen die Kanten direkt auf dem Boden auf, so verrottet das Holz schneller.

Unsere ersten Hochbeete aus Holz haben wir so, wie sie waren auf den Rasen gestellt. Wir haben die leidvolle Lektion gelernt. Das ist dem Holz nicht zuträglich.

Zudem weiß ich aus Erfahrung, dass Wühlmäuse unter dem Hochbeet gerne Gänge graben und dabei die überschüssige Erde seitlich an den Außenwänden aufwerfen. Auf diese Weise graben die Wühlmäuse das Hochbeet langsam ein. Es versinkt.

Das wäre kein Problem. Aber das Holz wird an diesen Stellen schneller morsch, was eindeutig ein Nachteil von dieser Art Hochbeet ist. Was aber kann man machen, wenn man das Hochbeet trotzdem auf dem Rasen aufstellen will?

Die Lösung des Problems

Das Holz hält vermutlich länger, wenn man es auf etwas stellt, das direkten Bodenkontakt verhindert. Ihr fragt euch vielleicht: „Hä? Hat sie nicht eben noch gesagt, dass es gut ist, wenn das Hochbeet unten offen ist? Wegen der Bodenlebewesen und so?“ Ja, das stimmt.

Wir stellen ja auch nicht unser ganzes Hochbeet auf die Unterlage sondern nur einen schmalen Streifen. Dazu haben wir schmale, länglich Platten aus Granit verwendet. Uff! Da ist jede einzelne sauschwer! Schlepperei! Schlepperei!

Die Platten bilden quasi wie bei einem Bild einen Rahmen. Nur dass dieser nicht aufgehängt wird, sondern auf dem Boden liegt, auf dem dann die Seitenteile stehen. Und nur die!

Der Granitrahmen steht nur wenige Zentimeter über die Seitenwände hinaus, so dass der  Rest vom Hochbeet, also die meiste Innenfläche direkten Kontakt zum Boden hat und die Regenwürmer ungehindert einziehen können.

Das hat den Vorteil, dass das Holz nicht immer auf der feuchten Erde aufliegt. Außerdem können die Wühlmäuse keine Erde an die Außenwände schaufeln.

Das Holz trocknet nach Regen und Schnee schneller wieder ab und wir hoffen, dass das Lärchenholz noch länger als bisher hält, denn das waren bisher die Schwachstellen.

Noch etwas: Steht das Hochbeet auf dem Rasen und baut man es später ab, so ist der Rasen darunter erstickt und wenn man ihn nutzen will, muss er sich erst wieder erholen. Was normalerweise kein Problem ist.

Entweder man guckt, was die Natur so wachsen lässt (vielleicht insektenfreundliche Wiesen- oder Rasenkräuter?) oder man hilft mit Rasensamen nach.

Hochbeet auf Rasen stellen

Auf welchen Untergrund ein Hochbeet aufstellen?

Muss der Boden vor dem Aufstellen vorbereitet oder die Grasnarbe abgetragen werden? Bei unseren ersten Hochbeeten haben wir den Untergrund mit grobem, heimischem Granitschotter vom Granitwerk um die Ecke bedeckt.

Das haben wir später nicht mehr gemacht, weil es nicht notwendig ist. Weder als Drainageschicht noch als Schutz vor Wühlmäusen.

Beim unten offenen Hochbeet fließt das Wasser sowieso ab. Auch ohne Drainage aus Schotter oder Kies. Wasser fließt bekanntlich nach unten weg. Ich habe es noch nicht erlebt, dass eins unserer Hochbeete aufgrund von Staunässe zum See geworden wäre.

Ursprünglich hieß es, mit dem Granitschotter könnte man Wühlmäuse abwehren. Aber vor Wühlmäusen im Hochbeet schützt eh´ nur eine Sache. Damit schließt sich der Kreis zum Rasen wieder. Der Untergrund kann Rasen sein. Man braucht weder Schotter noch Kies und muss die Grasnarbe nicht abtragen.

Unkrautvlies unterm Hochbeet. Braucht man das?

Habt ihr euch schon mal gefragt, ob Rasen oder sogenannte Unkräuter durch die Hochbeet-Schichten durchwachsen? Da kann ich euch beruhigen.

Begleitkraut findet einen anderen Weg, um sich im Hochbeet breit zu machen. Dazu muss es sich nicht mühsam von unten durch die Füllung kämpfen. Diese Schichten sind viel zu dicht und hoch, als dass Rasen oder Beikräuter ihren Weg durch die Erde finden würden.

Man muss also weder Rasen mähen noch Unkraut jäten noch ein Unkrautvlies auslegen, bevor man das Hochbeet aufstellt. Das ist eine Arbeit, die man sich wie bei den ersten Schritten zum Naturgarten sparen kann.

Wächst wirklich nichts durch die Schichten durch?

Ob was durch die Schichten durchkommt oder nicht hängt von der Höhe des Hochbeetes ab. Einmal habe ich ein Hochbeet mit nur 40 cm Höhe auf ein altes Bodenbeet mit Kartoffeln und Meerrettich gestellt. Da sind im ersten Jahr sowohl Kartoffelkraut als auch Meerrettich durchgewachsen.

Was habe ich dagegen gemacht? Ganz ohne Unkrautvlies gearbeitet. (Hätte das überhaupt geholfen?) Das Kartoffelgrün ausgerissen, sobald es aus der Erde rausgeguckt hat und das Meerrettich-Grün so tief als möglich ausgestochen.

Das habe ich in der Saison ein paar Mal wiederholt und dann war das Thema erledigt. Leider auch der Krenn. Denn dort, wo ich ihn im Garten gepflanzt habe, kommt er wegen der Wühlmäuse nicht hoch.

Die fressen den weg. Ich wundere mich immer, dass sie so scharfes Gemüse fressen. Scheint ihnen gut zu schmecken.

Vielleicht sollte ich Meerrettich doch mal ins Hochbeet pflanzen? Aber es heißt, er soll so wuchern. Was dagegen spricht, ihn als Gemüse im Hochbeet anzubauen.

Zurück zum Thema. Noch eine „Mischkultur“, bei der man sich fragen könnte, ob ein Unkrautvlies nützlich ist? Ist ein Hochbeet ein guter Nachbar von Himbeersträuchern?

In unserem Garten steht eins der Hochbeete neben den Himbeersträuchern. Es ist auch nur 40 cm hoch. (Theoretisch. Denn die Bretter sind 40 cm hoch. Der Inhalt sackt zusammen und ist dadurch deutlich niedriger).

Da wachsen Himbeerausläufer durch. Was tun? Tief ausreißen oder abschneiden, abschneiden, abschneiden. Und dranbleiben. Denn Himbeeren sind hartnäckig.

Auf die Seite zu den Himbeersträuchern habe ich zwischenzeitlich eine Rasenkante eingegraben. Das hilft, weil Himbeeren nicht tief wurzeln. Es geht also ohne Unkrautvlies. Und wenn es nicht ginge, würde mir eine Lösung einfallen, weil mir Unkrautvlies nicht in den Boden kommt.

Meine Erkenntnisse mit dem Untergrund fürs Hochbeet

Ein Hochbeet, das aus Material besteht, das verrotten kann, hält wahrscheinlich länger, wenn der Rahmen auf einem anderen Untergrund als Erde steht, so dass die untere Kante vom Holz keinen Bodenkontakt hat und bei Regen schneller abtrocknen kann.

Bei anderen Materialien ist es davon abhängig, ob sie gegen Nässe widerstandsfähig sind. Auf alle Fälle sollte das Hochbeet aber wegen den Bodenlebewesen unten offen sein und Kontakt zum Boden haben.

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja

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