Hochbeet anlegen für den Anbau von Gemüse

Hochbeet anlegen für Gemüse

Wir bauen inzwischen das meiste Gemüse in Hochbeeten an. Denn sie haben zwei unschlagbare Vorteile:

  1. Sie schützen das leckere Gemüse vor Wühlmäusen und
  2. sie schützen das Gemüse vor Schnecken.

In diesem Artikel zeige ich euch, aus welchem Material unsere Hochbeete sind, was für Materialien es sonst noch gibt, welche Schutzmaßnahmen notwendig sind – oder auch nicht, wie wir das Hochbeet befüllen, mit welchem Gemüse wir es befüllen und welches Gemüse wir auf keinen Fall mehr drin anbauen.

Inhaltsverzeichnis

1. Hochbeet anlegen: mit welchem Material?

Hochbeete gibt es aus verschiedenen Materialien. Hier ist eine kleine Auswahl:

a)    Hochbeete aus Holz

Holz hat den Nachteil, dass es irgendwann verrottet. Dabei gibt es unterschiedlich widerstandsfähige Holzarten. Je nach verwendetem Holz muss das Hochbeeet früher oder später ausgetauscht werden. Mögliche Holzarten sind:

  • Lärche (Lärchenholz im Wasser kann so schnell nichts anhaben. Nur steht das Hochbeet nicht unter Sauerstoffausschluss im Wasser. Pilze und Insekten mögen das Holz nicht so gerne. Ein Schreiner hat zu mir mal gesagt, dass Fenster aus Lärchenholz ewig halten. Vielleicht gilt das auch für Hochbeete aus Lärchenholz?)
  • Fichte (Fichten gehören zur Familie der Kieferngewächse. Es zählt zu den Weichhölzern und gilt als mäßig witterungsbeständig. Das unbehandelte Holz der Fichte ist in Bereichen mit direktem Bodenkontakt und dem Wechsel von Nässe und Trockenheit nicht so langlebig.)
  • Douglasie (Die Gewöhnliche Douglasie ist eine aus Nordamerika eingeführte Baumart, die witterungsbeständiger ist, als es die Fichte ist. Schiffsdecks und Bahnschwellen werden unter anderem aus Douglasienholz gebaut.)
  • Kiefer (Kiefernholz ist nach der Fichte in Deutschland ein häufig genutztes Industrieholz. Es ist mäßig wetterfest. Kiefer wird oft dort verbaut, wo auch Fichtenholz verwendet wird.)
  • Akazie (Akazien gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler wie Erbsen, Bohnen oder Erdnüsse. Akazien wachsen nicht in unserem mitteleuropäischen Klima, weshalbAkazienholz importiert werden muss. Was bei uns mit „Akazie“ bezeichnet wird, ist die Robinie (Scheinakazie). Die beiden sind nicht verwandtschaftlich verbandelt. Die Akazie gehört zur Unterfamilie der Mimosengewächse und die Robinie wiederum zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Akazien zählen zu den Harthölzern.)
Hochbeet aus Holz bauen

b)    Hochbeete aus anderem Material

Theoretisch kann fast jedes Material für den Bau dieser Beete verwendet werden. So könnt ihr Reste verarbeiten – eine gute Möglichkeit für Upcycling.

  • Gabionen mit Bruchsteinen
  • Metall
  • Pflanzringe
  • WPC (Wood Plastic Composite, ein Gemisch aus Holz und Plastik)
  • Betonringe
  • Ziegelsteine
  • Klinkersteine
  • Dachziegel
  • Geflochtene Weidenzweige
  • Paletten (Mehrfachpaletten können mit giftigen Substanzen behandelt sein)
  • alte Dachbalken
  • Kanthölzer

Für welches Material und für welche Form ihr euch entscheidet, ist schon fast Glaubenssache. Ich bevorzuge natürliche, langlebige Materialien. Deshalb fiel die Wahl auf unbehandeltes Lärchenholz.

Wir haben anfangs Hochbeete aus Lärchenholz als Bausatz gekauft. So mussten wir nicht selber ausrechnen, wie viel und welches Baumaterial wir brauchten.

Später haben wir umgesattelt und selber Maße für das Hochbeet ausgetüftelt. Die Bretter haben wir im Sägewerk gekauft, sie auf unsere Wunschgröße zuschneiden lassen und dann selber zusammengezimmert. Somit haben wir Höhen und Längen, die in unseren Garten passen.

Als wir über die Größe der Hochbeete nachgedacht haben, spielten solche Überlegungen eine Rolle: „Wie groß darf das Beet sein, damit es zwischen Zwetschgenbaum und Himbeersträucher passt und wir trotzdem noch bequem von allen Seiten ernten können?“ oder „Am Ende der Hochbeete ist noch Platz für ein Hochbeet, das den Energiefluss bremst. Wieviel Platz ist da?“.

Einen ausführlichen Materialratgeber findet ihr hier: Hochbeet bauen: Welches Material ist geeignet?

Hochbeet aus Holz, Lärchenholz

2. Brauchen Hochbeete Schutz-Maßnahmen?

Egal, ob als Bausatz oder selber gebaut: Die Hochbeete müssen zuerst nach Anleitung oder eigenen Ideen zusammengebaut werden.

Nachdem die Hochbeete zusammengezimmert waren, haben wir unten einen Wühlmausschutz angebracht (Kaninchendraht). Wie sich nach Jahren herausgestellt hat, kann man zur Freude der Wühlmäuse dabei was falsch machen!

Ob ihr bei einem Hochbeet aus Holz innen irgendeine Art von Kunststoff-, Noppen- oder Teichfolie tackert, ist Ansichtssache. Bei uns müssen sie ohne diesen Schutz auskommen.

Denn ich frage mich, ob sich aus der Folie irgendwelche Partikel lösen, die ich weder in der Erde noch auf Umwegen im Gemüse haben will. Ich denke da an Mikroplastik, Weichmacher und andere chemische Stoffe.

Außerdem glaube ich, dass früher oder später jede Art von Plastik zerbröselt. Noppenfolie, die man zur Drainage am Haus befestigt, soll zwar keine Weichmacher enthalten… Ich traue dem Frieden nicht.

Bei Versuchen mit Kompostwürmern (das sind die, die in der Streuschicht leben),  wurden diese zwei Wochen lang in Erde mit Mikroplastik gesetzt. Die Würmchen haben das Plastik gefressen.

Das Ergebnis war, dass sogar extrem geringe Konzentrationen von Mikroplastik Zellen und DNA der Würmer geschädigt haben. Gruselig!

Um zur Frage zurückzukehren, ob man einen Nässeschutz im hölzernen Hochbeet braucht. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass unbehandeltes Lärchenholz wirklich sehr witterungsbeständig ist und jahrelang hält.

Wenn das Ding dann endlich steht, befestige ich zur Abwehr von Schnecken immer ein Kupferband. Hier findet ihr meine ultimativen Schneckenschreck-Methoden: 2 geniale Mittel gegen Schnecken, die wirklich helfen.

3. Die Füllung vom Hochbeet

Zum Befüllen des Hochbeetes braucht ihr eine Menge Zeugs. Waren unsere ersten Hochbeete noch so hoch, dass wir uns beim Garteln nicht bücken mussten, wurden unsere späteren immer niedriger.

Denn je höher das Beet, desto mehr Füllmaterial ist notwendig. Das ist eindeutig einer von vielen Nachteilen vom Hochbeet für Gemüse.

Unsere Hochbeete sind immer noch so hoch, dass wir Karotten, Pastinaken und anderes Wurzelgemüse anbauen können.

Wir befüllen das Hochbeet mit 5 Schichten:

Nun folgt ein Beispiel, wie man ein Hochbeet befüllen kann. Nehmt einfach, was ihr habt. Grämt euch nicht, wenn ihr nicht auf genügend Material der unteren Schichten zugreifen könnt. Arbeitet mit dem, was der Garten hergibt.

Lage 1:

Ganz unten kommt Holz vom Strauchschnitt oder (gehäckseltes) Holz rein. Habt ihr nichts, lasst es weg. Der Vorteil von Holz in jeder Form ist, dass das Beet schneller voll wird.

Lage 2:

Darauf folgt Laub. Ist das nicht vorrätig, lassen wir es weg.

Lage 3:

Die nächste Schicht besteht aus umgedrehten Grassoden. Wenn diese nicht zur Verfügung stehen, nehmen wir lange Grashalme von Ziergräsern oder Gras, das uns über die Ohren gewachsen ist und das wir deshalb mit der Sense mähen.

Ich drehe die Halme zu einer Wurst zusammen oder lege die Halme kreuz und quer über die Laubschicht. Das Gras soll möglichst dicht verlegt sein. Ziel ist, dass die nachfolgende Schicht nicht nach unten wegrieselt.

Lage 4:

Als vorletzte Lage folgt Gartenerde. Entweder aus dem eigenen Garten oder gekaufte. In diesem Artikel verrate ich euch ein paar Sachen, auf was ihr achten könnt, wenn ihr Erde kauft.

Lage 5:

Die oberste Schicht ist eine Mischung aus Kompost und Gartenerde oder nur Kompost. Je nachdem, wieviel wir vorrätig haben.

Fragt nicht, wie hoch die einzelnen Schichten sind, denn das mache ich nach Gefühl und auch nach dem vorhandenen Material. Wenn ich wenig Strauchschnitt habe, dann wird das eben nur eine dünne, holzige Schicht.

Die dicksten und wichtigsten Schichten sind immer die Lagen 4 und 5. Denn in diesen Schichten soll Gemüse wachsen.

4. Das Hochbeet mit welchem Gemüse bepflanzen?

Nachdem alle Lagen eingeschlichtet sind, muss intensiv gegossen werden. Und dann geht es auch schon los mit säen und pflanzen von Gemüsen und Kräutern.

Bei wenig Platz bietet es sich an, Gemüse anzubauen, das schnell wächst und nicht viel Platz braucht. Großes und langsam wachsendes Gemüse, das zudem seeeehr lange braucht, baut ihr am besten nur an, wenn ihr genug Platz habt. Welche Gemüsepflanzen sind nun für ein Hochbeet geeignet oder ungeeignet?

Frühjahrs- und Sommergemüse

Das haben wir schon im Hochbeet angepflanzt und das pflanzen wir auch weiterhin an:

  • Salat
  • Endiviensalat
  • Radieschen
  • Radi / Rettich
  • Blattmangold
  • Kohlrabi
  • Gelbe Rüben /Karotten
  • Rote Bete
  • Erbsen
  • Stangenbohnen
  • Sommerlauch
  • Möhren
  • Knollensellerie
  • Stangensellerie
  • Knoblauch
  • Mairübchen
  • Neuseeländer Spinat

Herbst- und Wintergemüse

Auch dieses Gemüse darf bei uns bleiben:

Großes und langsam wachsendes Gemüse

Folgendes Gemüse haben wir im Hochbeet angebaut, aber es braucht einfach zu viel Platz und belegt das Beet fast die ganze Saison hindurch, sodass wir mittlerweile darauf verzichten:

  • Blaukraut / Rotkohl
  • Weißkraut / Weißkohl
  • Topinambur (bauen wir woanders im Garten an)

Lieblingsgemüse mit Tücken

Die folgenden Gemüse sind eigentlich zu groß für unsere kleine Anbaufläche. Sie schaffen es aber immer wieder in das Hochbeet, weil ich ohne sie nicht sein will:

  • Gurken (zur Erntezeit der Gurken machte es nichts, wenn Salat wegen heißer Temperaturen nicht so will, wie wir uns das vorstellen)
  • Kartoffeln (sie baue ich zwar zwischenzeitlich woanders an, aber im Beet übersehene Knollen treiben immer wieder aus)
  • Butterkohl (wandert bei uns im Winter in die Salatschüssel)
  • Grünkohl

Tomaten im Hochbeet

Wir bauen zwar Tomaten in Töpfen an, aber jedes Jahr wieder finden Tomaten von alleine den Weg ins Hochbeet. Die Tomatensamen kommen vermutlich über den Kompost da rein. Von den meisten Tomatenpflanzen kann ich mich nicht trennen. Die überwuchern dann anderes Gemüse.

Kräuter

Diese Kräuter haben es ins Hochbeet geschafft:

  • Kümmel (brauchen wir zum Brot backen)
  • Dill (Samen holen sich die Amseln, gut, dass es einen Schutz gibt)
  • Gewürzfenchel (für Tee)
  • Petersilie
  • Schnittlauch
  • Großblättrige Gartenkresse (bauen wir jetzt in separaten Töpfen an)
  • Kerbel (sät sich von alleine aus)
  • Ysop (hier geht´s zum Anbau des würzigen und insektenfreundlichen Krautes: Ysop im Kräutergarten anbauen)
  • Estragon (mehrjährige Sorte)
  • Bohnenkraut, mehrjähriges (es gibt auch noch ein einjähriges Bohnenkraut – ich bin lieber für Dauergemüse und -kräuter zu haben)
  • Zitronenmelisse (hat sich von alleine eingeschlichen)
  • Thymian

Essbare Wildpflanzen im Hochbeet

Diese essbaren Wildkräuter finden immer von alleine ihren Platz zwischen den Gemüsen:

  • Vogelmiere
  • Weißer Gänsefuß
  • Schafgarbe
  • Johanniskraut
  • Franzosenkraut
  • Löwenzahn
  • Sauerampfer
  • Sommer-Portulak (Wildform, ist bei uns alleine gekommen, haben wir nicht gesät)

Die Wildkräuter behalte ich im Auge, denn sie sind teilweise sehr ausbreitungsfreudig und überwuchern so nebenbei das Kulturgemüse.

Kein Gemüse für das Hochbeet

Dieses Gemüse hat nichts im Hochbeet zu suchen:

  • Topinambur

Topinambur habe ich zum Schutz vor Wühlmäusen schon einmal im Hochbeet angebaut. Aber nach nur einer halben Saison habe ich alles wieder raus gezerrt. Er nimmt einfach zu viel Platz weg.

Hochbeet - Gemüse Stangenbohnen, Winterheckenzwiebeln

5. An was ist sonst noch zu denken?

Das Füllmaterial in Hochbeeten verrottet. Deshalb setzt sich der Inhalt. Wir packen jedes Jahr Kompost und falls notwendig Erde oben drauf.

Einmal habe ich ein halbes Hochbeet ausgeschaufelt. Mein Plan war, mit Strauchschnitt aufzufüllen und damit weiterhin Verrottungswärme zu erzeugen. Der Aushub war wunderbar dunkle, lockere und humose Erde.

Aber es war anstrengend, heiß und ich bin fast umgekippt. Und die Regenwürmer und anderen Tierchen in der Erde waren auch völlig verwirrt. Sie haben mich gebeten, das in Zukunft sein zu lassen. Habe ich gerne zugestimmt. Ist das doch so was von anstrengend!

6. Meine Erkenntnisse mit dem Anbau von Gemüse im Hochbeet

Wir bauen unser Gemüse von Anfang an im Hochbeet an. Damals wussten wir noch nicht, warum? Aber heute wissen wir es: Ein Hochbeet ist ein guter Schutz vor Wühlmäusen, Schnecken, streunenden Katzen (gut, die springen hoch) und vor den Hinterlassenschaften von Hunden.

Von Nachteil ist, dass diese Beetform viel Füllmaterial schluckt und man mehr gießen muss, als wenn man ebenerdige Beete hätte. Da wir aber Wühlmäuse im Garten wohnen lassen, bleibt uns nichts anderes übrig, als unser Gemüse im Hochbeet anzubauen.

Mit unbehandeltem Lärchenholz haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht (o.k., andere Materialien außer Schamotte-Ringe haben wir nie ausprobiert).

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja

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