Knoblauch anbauen: So geht´s, um eine sichere Ernte zu haben

Knoblauch anbauen

Wer tut denn so was? In einer Minute 36 Knoblauchzehen essen? Der Weltrekordhalter im Knoblauch-essen! Für den Weltrekordhalter war das bestimmt ein geschmacksintensives Erfolgserlebnis.

Aber Knoblauch ist auch für andere Erfolgserlebnisse gut. Nämlich für (fast) sichere Ernteergebnisse. Denn er ist sehr, sehr einfach anzubauen und deshalb ein ideales Gemüse für Anfänger*innen.

Hier zeige ich euch alles vom Stecken über das Düngen bis zur Ernte von Knoblauch, damit ihr euch (fast) garantiert über eine gute Ernte freuen könnt. Und am Ende gibt es auch Kurioses zu entdecken.

1.  Welchen Knoblauch zum Stecken hernehmen?

Muss man zwingend Steckknoblauch pflanzen? Nein.

Kann man Knoblauch aus dem Supermarkt pflanzen? Ja, ihr könnt solchen in Bio-Qualität vom Supermarkt, Bio-Laden oder Wochenmarkt verwenden.

So machen wir es: Wir bauen seit Jahren nur mehr selbst gezogenen Knoblauch an. Wir hatten ihn einmal gekauft oder geschenkt bekommen (so genau weiß ich das nicht mehr) und pflanzen diesen immer wieder an.

Es heißt, dass große Zehen große Knollen und kleine Zehen kleine Knollen ergeben sollen. So ganz traue ich dieser Aussage nicht, werde die Theorie mal im Garten überprüfen. Ich glaube dass es eine Platzfrage im Beet ist, der darüber entscheidet, wie groß die Knollen werden.

2.  Der Standort für den Anbau von Knoblauch

Knoblauch mag lockeren, humosen Boden. Es heißt, er braucht einen sonnigen Standort. Ich baue ihn regelmäßig in sonnigen und halbschattigen Hochbeeten an. Geht beides.

Er lässt sich sowohl im Gemüsebeet, im Hochbeet als auch im Topf anbauen. Der Topf muss groß genug sein, damit die Knollen beim Wachsen nicht an die Topfränder anstoßen und dadurch beim Dickenwachstum behindert werden.

3.  Wann Knoblauch pflanzen?

Knoblauch kann im Herbst oder Frühling gepflanzt werden. Ich habe die Zehen schon zu beiden Jahreszeiten gesteckt.

Wird Knoblauch im Herbst gesetzt (September bis November bevor der Frost kommt), so hat er mehr Zeit zum Wachsen und soll dadurch größere Knollen ausbilden. Wobei unsere im Frühjahr gepflanzten auch gute Ergebnisse gebracht haben.

Es ist auch möglich, die Zehen bereits im Sommer zu pflanzen. Orientiert euch dabei an der Zeit, wenn die Bulbillen (die Minizehen) von den „Blüten“ abfallen.

Die Pflanzzeit im Frühjahr beginnt je nach Wetter und Klima im März. In wärmeren Regionen auch schon früher. Der Boden sollte nicht mehr gefroren und bereits etwas abgetrocknet sein. Bei uns ist das nie vor März, weil der letzte Schnee oft erst im März wegtaut und nassen Boden hinterlässt.

4.  Wie pflanzt man Knoblauch?

Wenn ihr die ganze, ungeteilte Knolle anschaut, seht ihr, dass am Wurzelende die einzelnen Zehen breiter sind. Das merkt ihr euch. Die schmale Spitze kommt nämlich beim Setzen nach oben.

Die Knollen zerteilt ihr in einzelne Zehen. Vertrocknete, schimmelige oder sonst beeinträchtigte Zehen sortiert ihr aus und werft sie auf den Kompost.

Die übrig gebliebenen Zehen pflanzt ihr einzeln mit der Wurzelseite nach unten ein. Ob schräg oder gerade ist egal. Ich stecke sie einfach in die Erde, achte dabei nicht auf solche Feinheiten wie einen bestimmten Winkelgrad.

Pflanzabstand: Habt ihr nur einen kleinen Gemüsegarten reicht eine Handbreite zwischen den einzelnen Knollen aus. So haben die Zehen schön Platz zum Wachsen und behindern sich nicht gegenseitig.

Es geht auch komplizierter: Überlegt euch die Endgröße der Knollen, gebt da noch den einen oder anderen Zentimeter dazu, dann habt ihr den richtigen Abstand in der Reihe und zwischen den Reihen.

Wer viel Platz im Garten hat kann natürlich „verschwenderischer“ mit dem Platz umgehen. Da ist die Rede von 15 cm Abstand rund um die Zehe, mal mehr, mal weniger.

Muss man im Herbst gepflanzten Knoblauch im Winter abdecken? Wegen der Kälte müsst ihr euch keine Sorgen machen. Er hält das aus.

Ich habe ihn mal probeweise mit Laub als Frostschutz abgedeckt, decke ihn aber meistens nicht ab. Hat beides funktioniert. Abgesehen davon, dass ich mir mit dem Laub Schnecken ins Hochbeet geholt habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

5.  Wie tief muss Knoblauch gesteckt werden?

Es heißt immer, man soll die einzelnen Zehen nur so tief setzen, dass die Spitze noch aus der Erde schaut. Das könnt ihr machen. Habe ich auch schon getan.

Ich habe die Zehen auch schon deutlich tiefer gesetzt, sie mehrere Zentimeter eingegraben und es ist trotzdem was draus geworden.

Meine Erfahrung: Es ist egal, wie tief ihr die Zehen setzt. Hm. Vielleicht sollten es nicht gerade 2 Meter sein?

6.  Wann düngen und gießen?

So dünge ich: Im Frühjahr schaufle ich auf die Erde im Hochbeet immer etwas Kompost aus dem eigenen Garten. Da bekommt der Knoblauch – egal, ob im Herbst oder Frühjahr gepflanzt – eine Düngergabe ab.

Nachdem ich ein Durcheinander im Beet pflege – ohne Pflanzplan – gieße ich über fast alles Brennnesseljauche. Wobei ich versuche, den Knoblauch auszusparen. Was jedoch nicht hundert-prozentig klappt.

So gieße ich: Ich gieße Knoblauch immer wieder mal, wenn die Sonne vom strahlendblauen Himmel scheint und es kein Regenschauer in Sicht ist. Wenn Knoblauch zwischen Gemüse wächst, das mehr Wasser braucht, dann bekommt auch er mehr Wasser ab. Das ist so, als ob es viel regnen würde. Da kann man nichts dagegen tun.

Ich habe ihn auch schon überhaupt nicht gewässert und das hat ebenfalls geklappt. Wenn es sehr trocken und heiß ist, kann es sein, dass die Knollen dann kleiner bleiben.

Wer Angst hat, dass die Knollen bei zu viel Wasser verfaulen könnten sollte auf die Bodenbedingungen gucken. Denn dann liegt das meiner Meinung nach an der nicht passenden Bodenstruktur. Bei mir ist die Knolle selbst während regenreicher Zeiten noch nicht verfault.

7.  Soll man die Blüten entfernen?

Muss man die „Blüte“ ausbrechen? Ich habe beides versucht, die Blüte abgebrochen und die Blüte dran gelassen – und keinen Unterschied in der Größe der Knolle festgestellt. Sowohl die mit der Blüte als auch die ohne die Blüte sind groß genug geworden.

8.  Mischkultur mit Knoblauch

Die Klassiker für Mischkultur mit Knoblauch sind Erdbeeren oder Karotten. Viele andere Gemüse funktionieren ebenfalls in seiner Mischkultur, zum Beispiel Tomaten.

Wenn es in meinem Chaos-Beet möglich ist, vermeide ich Mischkultur mit Mangold, Stangenbohnen, Gurken, Erbsen und Zuckerschoten. Denn diese Gemüse brauchen viel Wasser.

Allerdings hat es sich im Durcheinanderbeet so ergeben, dass Knoblauch neben Erbsen und Zuckerschoten gelandet ist. Hat trotzdem geklappt. Wenn es viel regnet, stelle ich schließlich keinen Regenschirm auf und er wird nass.

Vielleicht habe ich mich wieder mal von irgendetwas, das ich gelesen habe, ins Bockshorn jagen lassen? Vielleicht sollte ich es doch mal bewusst ausprobieren und Knoblauch neben Stangenbohnen und Gurken pflanzen?

9.  Wann ernten?

Knoblauch soll ab Juli kaum mehr wachsen. Ich ernte ihn nach und nach ab Mitte Juli, sobald die ersten gelben Blätter erscheinen.

Er kann auch später geerntet werden. Ihr könnt ihn länger im Beet lassen, hofft aber nicht, dass er noch größer wird.

Knoblauch eignet sich auch als Dauergemüse, sodass nur ein Teil geerntet wird.

10.      Wie erntet man Knoblauch?

Knoblauch anbauen und ernten

Für die Ernte fahre ich entweder mit der Handschaufel oder mit einer kleinen Handgrabegabel tief unter die Knolle und lockere sie, bis ich sie aus der Erde ziehen kann. Anschließend die Erde abschütteln, nicht abwaschen und die Wurzeln kürzen.

11.      Wie Knoblauch trocknen?

Die Blätter werden zusammen mit den ganzen Knollen im Freien getrocknet. Legt das Gemüse an einen Platz im trockenen Schatten. Die Knollen dürfen sich berühren, sollten jedoch täglich gewendet werden, damit sie an den Berührungspunkten nicht schimmeln.

12.      Wie kann man Knoblauch lagern und wie lange ist er haltbar?

Sobald die Knollen trocken sind, könnt ihr sie entweder zu Zöpfen flechten (Gefahr von Schimmelbildung, falls nicht ausreichend getrocknet) oder die Stängel abschneiden (so kurz wie bei den im Laden gekauften) und die Ausbeute kühl und trocken lagern. Knoblauch ist bis zur nächsten Erntesaison haltbar.

13.      Ist Knoblauch winterfest?

Ja, er ist winterfest, frostfest.

14.      Knoblauchzehen von Blüten als Steckknoblauch pflanzen

Knoblauch stecken

Wenn Knoblauch blüht, bildet er Mini-Zwiebeln in den Blüten. Diese könnt ihr ebenfalls zum Pflanzen verwenden. Jedoch bildet sich im ersten Anbaujahr nur eine dicke, runde Zehe.

Diese entwickelt im folgenden Anbaujahr eine Knolle mit mehreren Zehen. Diese Methode des Knoblauch-Anbaus ist nichts für Leute, die wenig Platz im Gemüsegarten haben.

… Und mehr

Der Verwendungszweck von Knoblauch

Knoblauch lässt sich in vielen pikanten Speisen verarbeiten, allen voran in Bohnengemüse oder Tomatensoße. Allgemein passt er zu vielen verschiedenen Speisen und pikanten Aufläufen.

Solange Knoblauch im Beet noch wächst schneiden wir kleine Stücke von den Blättern für eine würzige Zutat in den Salat ab.

Welche Inhaltsstoffe hat Knoblauch?

Die Knolle enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe, vor allem Schwefelverbindungen, denen gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt werden.

Außerdem enthält er Magnesium, Calcium, Mangan, Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C und Vitamin E sowie verschiedene Aminosäuren.

Vom Nachahmen des Weltrekords im Knoblauchessen ist abzuraten. Denn die würzige Zehe kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Andere Namen

Weitere Namen lauten Knofel, Stinkerzwiebel, Stinkende Rose, Magenwurzel und „Vanille des armen Mannes“.

Wort-Herkunft

Der botanische Name lautet „Allium sativum“. „Allium“ kommt vom lateinischen und heißt „Lauch“ und „Knoblauch“. „Sativum“ wiederum bedeutet „angepflanzt“ oder „gesät“.

Der deutsche Name stammt von „kiloban“, das „spalten“ bedeutet und ein Hinweis auf das in Zehen gespaltene Aussehen der Knollen ist.

Lebensraum Knoblauch / Ökologie

Knoblauch soll in Mischkultur mit Karotten die Möhren vor der Karottenfliege schützen.

Volkskundliches

Den Ägyptern war Knoblauch fast ein „heiliges“ Gewächs. Im alten Ägypten sollen in seinem Namen Schwüre ausgesprochen worden sein.

Zur Zeit des Pyramidenbaus in Ägypten bekamen die Bauarbeiter täglich Knoblauch, Zwiebeln und Lauch aufgetischt. Knoblauch wurde zudem den Mumien in die Körperhöhlen gesteckt.

Woanders wurde ihm im Mittelalter eine starke Schutzwirkung gegen Vampire, Hexen und Geister zugeschrieben.

Lange vor dem Mittelalter, als der Teufel aus dem Paradies vertrieben wurde, soll er auf der Erde seinen Fußabdruck hinterlassen haben: Aus dem linken Fußabdruck soll der Knoblauch und aus dem rechten die Zwiebel entstanden sein. Sind das also teuflische Gewächse?

Botanisches

Knoblauch gehört zur Familie der Lauchgewächse.

Kurioses über den Knoblauch

  • Die alten Griechen dachten sich beim Brautstrauß wohl: „Was sollen nutzlose Blumen?“ Der Brautstrauß enthielt nämlich Kräuter und Knoblauch.
  • Was es alles gibt. Sogar eine Knoblauch-Phobie, also eine übermäßige Angst vor Knoblauch. Ob diese Menschen im Grunde ihres Daseins wohl Vampire sind?

Meine Erkenntnisse mit dem Anbau von Knoblauch

Knoblauch ist so einfach anzubauen, so dass er sich gut für Anfänger*innen eignet. Das Erfolgserlebnis und die Freude darüber, dass der Anbau so gut geklappt hat sind dabei fast garantiert.

Viel Freude in Garten und Natur

Sonja


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